Seite 2: „Die Klubs könnten sich am Beispiel Deutschlands orientieren“

In der Folge argu­men­tierte bei­spiels­weise die FSA, dass ein sicheres Sta­di­on­er­lebnis auch mit Steh­platz­be­rei­chen mög­lich sei – wenn nur die nötigen Rah­men­be­din­gungen geschaffen würden. Ein Aspekt, den unter anderem Ken Scott von der Sports Grounds Safety Aut­ho­rity (SGSA) auf­griff und in eine Reihe von Anfor­de­rungen an Steh­plätze in Eng­lands Sta­dien umfor­mu­lierte. Dar­unter: Klapp­sitze, Bar­rieren und Geländer, eine voll­stän­dige Video­über­wa­chung, die Schu­lung des Ord­nungs­per­so­nals, der Aus­hang eines Ver­hal­tens­kodex sowie die strikte Kapa­zi­täts­be­gren­zung der Steh­platz­be­reiche. Gerade der letzte Punkt auf der Liste scheint von Bedeu­tung. Denn mit der nun geneh­migten Rück­kehr der Steh­plätze werden die Kapa­zi­täts­grenzen der Sta­dien nicht nach oben ver­schoben. Ein Sitz­platz wird schlicht durch einen Platz im Safe Stan­ding-Bereich ersetzt. Zum Ver­gleich: In Deutsch­land ent­spricht ein Sitz- fast zwei Steh­plätzen.

Es geht bei dem Pro­jekt also nicht um eine Rück­kehr zum Zustand frü­herer Tage: Die berühmten Ter­races, weit­läu­fige Steh­platz­be­reiche, wird es in Eng­land nicht mehr geben. Doch trotzdem soll einer positiv ver­lau­fenen Test­phase eine Wie­der­ein­füh­rung der Steh­plätze im kom­pletten Pro­fi­be­reich folgen. Zumin­dest, wenn es nach Fan­or­ga­ni­sa­tionen geht. Lang­fristig könnten auch die Sta­dien der Bun­des­liga als Vor­bild dienen. Scott sagt: In den kom­menden Jahren könnten sich die eng­li­schen und wali­si­schen Klubs durchaus am Bei­spiel Deutsch­lands ori­en­tieren, wo ein Drittel der Sta­di­on­ka­pa­zität mit Safe Stan­ding-Berei­chen abge­deckt ist. Das Sta­dion von Borussia Dort­mund hat zum Bei­spiel 53.675 Sitz- und 27.589 Steh­plätze.“

Für Fan­ver­treter Kevin Miles von der FSA ist die Rück­kehr der Steh­plätze selbst im über­sicht­li­chen Rahmen der Test­phase rich­tungs­wei­send. Schließ­lich bedeutet der Schritt, dass die Stimme der Sta­di­ongänger im eng­li­schen Fuß­ball gehört wird – ein Umstand, der über Jahr­zehnte ernst­haft bezwei­felt werden musste. Das ist ein wei­terer Erfolg für die Fans, die lange argu­men­tiert haben, dass das Stehen im Sta­dion auf sichere Weise mög­lich ist. Wir gra­tu­lieren den fünf Klubs dazu, dass sie sich bemüht haben und den Fans nun eine wirk­lich Wahl lassen, wie sie Fuß­ball schauen wollen.“

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Künf­tiger Safe Standing“-Bereich an der Stam­ford Bridge

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