Ein­tracht Frank­furt

Das ist neu:
Trainer Armin Veh. Bzw. war dieser ja bereits zwi­schen 2011 und 2014 bei der Ein­tracht und das sogar ziem­lich erfolg­reich. Aller­dings ent­schied sich Veh dazu, den Klub zu ver­lassen, um nicht ständig dem geg­ne­ri­schen Trainer die Hand schüt­teln und gra­tu­lieren zu müssen. Was er dann aber beim VfB Stutt­gart umso öfter tun musste, zurück­trat und nun zur Ein­tracht zurück­ge­kehrt ist. Ob man sich das ganze Theater hätte schenken können, wenn sich Veh 2014 diese Hand­ge­lenk­schoner gekauft hätte, wie sie Inline-Skater manchmal tragen?

Das fehlt irgendwie: Alex Meier. Zumin­dest zu Beginn der Saison muss der Fuß­ball­gott und amtie­render Tor­schüt­zen­könig noch aus­setzen, was die Frank­furter nicht nur fri­su­ren­tech­nisch um Jahre zurück­wirft, son­dern sie auch vor sport­liche Pro­bleme stellen könnte. Zwar sieht man Meier oft ein ganzes Spiel lang nicht, aber dann gerd­mül­lert er sich eben doch zur rechten Zeit an den rechten Ort und netzt. Hoff­nung macht indes, dass der Angriff der Frank­furter, seit man Mit­tel­mä­ßig­keit nicht mehr als zwin­gendes Scou­ting-Merkmal für Stürmer ver­steht (*hust*, Rob Friend, *hust*), von anderen Hoch­ka­rä­tern wie Haris Seferovic oder mög­li­cher­weise auch Luc Cas­tai­gnos bevöl­kert wird. Was dann aller­dings zu Pro­blemen führen könnte, wenn Alex Meier wieder fit ist.

Auf­reger der Som­mer­pause: Carlos Zam­brano. Nicht etwa, weil der perua­ni­sche Hitz­kopf in seinem Som­mer­ur­laub fremde Men­schen von den Hotel­son­nen­liegen gegrätscht hätte (was er aber wahr­schein­lich auch getan hat), viel eher, weil seine lange Zeit unklare Ver­trags­si­tua­tion den gesamten Verein über Wochen in Atem hielt. Mal hieß es, er geht, mal, er beibt, dann war plötz­lich von einer Ver­trags­ver­län­ge­rung die Rede, frei­lich mit einer 1,5‑Millionen-Ausstiegsklausel, die er bis zum 31. August hätte ziehen können. Dass sich die gesamte Groß­fa­milie Zam­brano bemü­ßigt fühlte, bei Face­book, Twitter und Co. die beruf­liche Zukunft des Abwehr­chefs zu kom­men­tieren, hat die Sache nicht unbe­dingt beru­higt. Nun aber hat sich der Abwehr­chef für eine Ver­län­ge­rung seines Ver­trages bis 2019 ent­schieden. Unter­schrieben ist frei­lich noch nichts. Natür­lich nicht. Warum auch?

Wäre diese Mann­schaft ein You­tube-Clip dann dieser…:

Armin Veh also wieder da, um mit seiner Ex einen Neu­an­fang zu wagen. Klingt nach sei­figer RomCom, musi­ka­lisch unter­legt von den Schmusis von Take That. Pas­send dazu knud­delt Veh seine Spieler gerne und kom­mu­ni­ziert viel, ganz anders als sein Vor­gänger Thomas Schaaf, der seine Spieler – glaubt man der Frank­furter Lokal­presse – höchs­tens mal im Gestus eines Drill-Ser­geants anschnauzte, wenn er denn über­haupt mal mit ihnen sprach. Alles gut also? Mit­nichten, im Video fängt es schließ­lich gegen Ende an zu regnen. Hof­fent­lich kein böses Omen.

11FREUNDE-Orakel: Der Kader der Ein­tracht ist mit Cas­tai­gnos, Abraham und vor allem Stefan Reinartz ordent­lich ver­stärkt worden. Ob das reicht, um Trainer Armin Veh zufrie­den­zu­stellen, der vor der Saison sagte: Ich will ein biss­chen träumen können“? Ande­rer­seits wissen wir ja gar nicht, wovon Veh so träumt. Viel­leicht ja von Platz 12 und einer Tor­dif­fe­renz von Minus 18. Zudem begeht Vor­stands­vor­sit­zender Heri­bert Bruch­hagen seine letzte Saison im Pro­fi­fuß­ball. Der mahnt seit Jahren eine zu hohe Erwar­tungs­hal­tung in Frank­furt an und preist den gesi­cherten Mit­tel­feld­platz als Erfolg. Ein Plat­zie­rung zwi­schen 8 und 12 ist also auch eine Frage des Respekts gegen­über des schei­denden Vor­stands.