Das ist neu: Die Tor­wart-Rota­tion. In der Vor­be­rei­tung ließ Trainer Armin Veh die Katze aus dem Sack: Er will tat­säch­lich im Tor beständig durch­wech­seln. Mit dem ewigen Oka Nikolov hat er einer­seits die Zuver­läs­sig­keit in Person zwi­schen den Pfosten, mit dem Ex-Lau­terer Kevin Trapp auf der anderen Seite eine rosige Zukunft. Vehs Lösung: Warum sollen nicht beide zum Zuge kommen? Das wäre doch mal was Neues und könnte die Gegner sogar ver­wirren.“ Bleibt zu hoffen, dass sich wenigs­tens die eigene Abwehr auf den rotie­renden Hin­ter­mann ein­stellen kann.

Der fehlt: Caio. Frank­furts Jahr­hun­dert­bra­si­lianer hat tat­säch­lich das Weite gesucht und ist zurück in die Heimat gegangen. Schade! Wie werden wir die leuch­tenden Augen diverser Frank­furt-Fans ver­missen, die in jeder gelun­genen Ball­a­nahme des Kon­di­ti­ons­wun­ders schon die end­gül­tige Erfül­lung des großen Ver­spre­chens sehen – und am Ende doch wieder ent­täuscht werden.

Das fehlt nicht: Kana­dier. Mit Rob Friend und Oli­vier Occean hat die Ein­tracht gleich zwei Männer aus Nord­ame­rika im Angebot. Dumm nur, dass zumin­dest Rob Friend bisher seine Bun­des­li­ga­taug­lich­keit schuldig blieb. Einzig Occean gibt Anlass zur Freude, immerhin traf er im Test­spiel gegen Valencia gleich zwei Mal. Ob beide auch in den kana­di­schen Kern­themen (Body­check, Holz­ha­cken und Bären­cat­chen) geschult sind, ist nicht bekannt.

Wäre diese Mann­schaft ein Satz, dann dieser: Wo ich bin, ist oben! Und wenn ich unten bin, ist unten oben.“ Das beliebte René-Weller-Zitat passt zum Selbst­ver­ständnis des Klubs. Und nachdem der 1. FC Köln sich bereits im letzten Jahr mit großem Tamtam aus der Bun­des­liga ver­ab­schiedet hat, bleibt in diesem Jahr der Ein­tracht die Solo-Rolle als große Liga-Diva.

Das 11FREUNDE-Orakel: Für die Ein­tracht wird es ver­dammt schwer, fehlt dem Klub doch im Gegen­satz zu den anderen Auf­stei­gern ein ent­schei­dender Faktor: die Euphorie. Da sich die Ein­tracht sowieso seit Jahren als gefühlter Euro­pa­po­kal­an­wärter sieht, wird es nach einem Stol­per­start sehr unruhig am Main. Und auch für den Rest der Saison gibt es recht wenig zu lachen. Am Ende steht der Abstiegs­kampf, in dem die Adler aller­dings schnell die Flügel strei­chen müssen. Schade. Dann eben Euro­pa­pokal 2015.