Eigent­lich läuft beim 1. FC Köln alles nach Plan. Nach einer Mini-Krise zum Jah­res­be­ginn hat der Effzeh“ nicht nur drei Siege in Folge ein­ge­fahren, son­dern auch die Tabel­len­füh­rung in der 2. Liga zurück­er­obert. Spie­le­risch zwar wenig glanz­voll, dafür aber effektiv. Den direkten Wie­der­auf­stieg fest im Blick. Doch inner­halb des Klubs bro­delt es gewaltig. Und das schon seit Monaten. Seinen Unmut dar­über machte Sport­chef Armin Veh nach dem 2:1‑Sieg der Kölner in Ingol­stadt Luft.

Die (…) Punkte sind wichtig für den Klub, für den Trainer, für die Mann­schaft. Trotzdem gibt es für mich ein Pro­blem inner­halb des Ver­eins“, sagte er viel­deutig. Das hat mit Ver­trauen zu tun. Und wenn es einen Ver­trau­ens­ver­lust gibt, dann kann man den bei mir nicht mehr repa­rieren. Zumin­dest nicht so einen.“ Was oder wen der FC-Sport­chef meinte, ließ er offen. Doch er brauchte es gar nicht zu sagen. Die Worte waren an Werner Spinner adres­siert. 

Spinner und Veh: Zwei Alpha­tiere geraten anein­ander

Der FC-Prä­si­dent hatte zuvor über Kölner Medien gezielt und wie­der­holt interne Infor­ma­tionen durch­si­ckern lassen. Diese Indis­kre­tionen stießen Veh übel auf. Das Ver­hältnis zwi­schen dem Prä­si­denten und dem Sport­chef ver­schlech­terte sich dra­ma­tisch. Es folgten Macht­spiel­chen, die intern aus­ge­fochten wurden und schließ­lich ihren Gipfel erreichten, als der FC-Prä­si­dent har­sche Kritik an Veh übte.

Spinner warf dem Sport­chef Fehl­ma­nage­ment vor, nachdem dieser im Anschluss an die 2:3‑Pleite in Pader­born die Mann­schaft und das Trai­ner­team intern wie öffent­lich kri­ti­siert hatte. Spinner hatte Markus Anfang vor der Saison höchst­per­sön­lich als neuen FC-Trainer aus­ge­sucht, noch bevor Veh über­haupt in der Dom­stadt ange­heuert hatte. Auch des­wegen reagierte er auf Vehs Kritik dünn­häutig. 

Bei allem anderen wird es irgend­wann Kon­se­quenzen geben“

Spinner zu Folge hätte Veh Anfang stützen sollen, statt ihn unter Druck zu setzen. Das machte der Prä­si­dent inner­halb des Klubs deut­lich – ohne aber das direkte Gespräch mit Veh zu suchen. Der wie­derum hielt es in seiner Rolle als Sport­chef für seine Pflicht, sich kri­tisch zu äußern und eine Reak­tion von Mann­schaft und Trai­ner­team ein­zu­for­dern. Dass er von der har­schen Spinner-Kritik nur hin­ter­rücks erfuhr, brachte das Fass end­gültig zum Über­laufen. Veh und offenbar auch dessen Geschäfts­führer-Kol­lege Alex­ander Wehrle wollten dar­aufhin nicht mehr mit dem Prä­si­denten zusam­men­ar­beiten. Die Stim­mung am Geiß­bock­heim ver­schlech­terte sich zuse­hends.