Yous­soufa Mou­koko (Deutsch­land, Borussia Dort­mund)
Trotz seines zarten Alters von 16 Jahren galt seine Nomi­nie­rung als wahr­schein­lich. Es kam also nicht über­ra­schend, als Trainer Stefan Kuntz Mou­kokos Beru­fung in den Kader ver­kün­dete. In enger Absprache mit Borussia Dort­mund haben wir des­halb beschlossen, ihn zu nomi­nieren, weil wir denken, dass seine Teil­nahme sowohl der Mann­schaft als auch ihm in der Ent­wick­lung wei­ter­hilft“, so Kuntz. Welche Rolle Mou­koko in der deut­schen Mann­schaft ein­nehmen wird, bleibt abzu­warten. Schließ­lich hat der Young­star bis dato noch kein Spiel für Deutsch­lands U21 absol­viert. Im Angriff sind Mërgim Berisha von Red Bull Salz­burg sowie Lukas Nmecha vom RSC Ander­lecht Mou­kokos seine direkten Kon­kur­renten.

In Sachen Kon­kur­renz kennt sich Mou­koko jedoch aus, denn mit Erling Haa­land könnte sie bei Dort­mund kaum größer sein. Den­noch kam er beim BVB wett­be­werbs­über­grei­fend bereits 15 Mal zum Ein­satz. Er ist der jüngste Spieler sowie jüngste Tor­schützen in der Bun­des­li­ga­his­torie. Für einen wei­teren Rekord könnte er beim anste­henden Tur­nier sorgen: Bei einem Ein­satz wäre Yous­soufa Mou­koko der jüngste Spieler, der je bei einer U21-EM zum Ein­satz gekommen ist. Den der­zei­tigen Rekord hält Basile Boli, der im Alter von 17 Jahren und 57 Tagen für Frank­reich bei der U21-EM 1984 debü­tierte. Der ehe­ma­lige Innen­ver­tei­diger ging nach seiner Kar­riere in die Politik, trat bei einer Tanz­show im Fern­sehen auf und betreut heute unter­schied­liche Pro­jekte bei Olym­pique Mar­seille. Ein Update zu Mou­koko folgt in vierzig Jahren.

Riqui Puig (Spa­nien, FC Bar­ce­lona)
Spa­nien geht als Titel­ver­tei­diger in das Tur­nier und ist bei dieser U21-EM einer der Favo­riten auf den Titel. Das ändert auch das Aus­bleiben von Pedri, Dani Olmo oder Ferran Torres nichts. Eine umso bedeu­ten­dere Rolle dürfte Bar­ce­lonas Riqui Puig zukommen. Trotz seiner guten Vor­saison wird der Mit­tel­feld­spieler in dieser Spiel­zeit von Barcas Coach Ronald Koeman kaum berück­sich­tigt. Der Nie­der­länder soll dem 21-Jäh­rigen vor der Saison nahe­ge­legt haben, sich einen neuen Verein zu suchen. Puig blieb, was ihm zum Ver­hängnis wurde. Ledig­lich eine Partie spielte der hoch­ver­an­lagte Kata­lane in dieser Spiel­zeit über die volle Distanz.

Zu Beginn dieses Jahres ver­län­gerte Puig seinen Ver­trag eigen­ständig bis 2023, was ihm eine Klausel in seinem Ver­trag ermög­lichte. Lang­fristig möchte er sich in Bar­ce­lona durch­setzen. Den­noch erwägt er eine Leihe zur neuen Spiel­zeit. Für Puig, der zwei­fels­ohne eine der begab­testen Spieler seines Jahr­gangs ist, wird die U21-EM eine will­kom­mene Gele­gen­heit sein, sich in den Fokus zu spielen. Womög­lich nicht nur für seinen der­zei­tigen Arbeit­geber.

Sandro Tonali (Ita­lien, AC Milan)
Nur allzu gerne wird Sandro Tonali mit Andrea Pirlo ver­gli­chen. Das liegt nicht nur daran, dass beide sich in ähn­li­chen Inter­vallen die Spitzen schneiden lassen. Es ist vor allem ihr Spiel­stil, der sie zum Ver­wech­seln ähnelt. Wie der ehe­ma­lige Profi und heu­tige Juve-Trainer Pirlo zeichnet sich auch Tonali durch ein her­vor­ra­gendes Pass­spiel sowie durch seine Ruhe am Ball aus. Was ihn als defen­siven Mit­tel­feld­spieler von Pirlo unter­scheidet, ist seine aus­ge­prägte Zwei­kampf­stärke und die Arbeit gegen den Ball. In Tonalis Spiel­stil ver­ei­nigen sich unter­schied­lichste Qua­li­täten, die ihm schon mit 17 Jahren bei Bre­scia Calcio debü­tieren ließen. Im ver­gan­genen Sommer wech­selte er auf Leih­basis zum AC Mai­land. Dort gehört er unter Trainer Ste­fano Pioli zum Stamm­per­sonal. Es gilt als eine aus­ge­machte Sache, dass Milan die Kauf­op­tion ziehen wird. Wenig über­ra­schend ist also, dass der 20-jäh­rige Tonali bereits vor zwei Jahren für Ita­liens A‑Nationalmannschaft gespielt hat. Bei dieser U21-EM soll er nun für die ita­lie­ni­sche Aus­wahl zur zen­tralen Figur werden.