339 Pflicht­spiele im Dress von For­tuna Düs­sel­dorf, davon über die Hälfte als Kapitän auf dem Platz. Von der Ober­liga bis in die 1. Bun­des­liga und in jeder Spiel­klasse mit min­des­tens einem Tor. Eine Sta­tistik, die sich Andreas Lam­bertz wohl nicht hätte vor­stellen können, als er in der A‑Jugend vom VfR Neuss zur A‑Jugend der Düs­sel­dorfer wech­selte. Beim Junio­ren­na­tio­nal­spieler aus dem kleinen Ort Dor­magen waren For­tuna und der MSV Duis­burg vor­stellig geworden. Düs­sel­dorf liegt halt näher dran“, urteilte Lam­bertz, stieg fortan in die S11 zum Flinger Broich und wurde zur Ikone. Am ver­gan­genen Sonntag stand er gegen den FSV Frank­furt zum vor­erst letzten Mal für seine For­tuna auf dem Platz. Nach 13 Jahren.

Lumpi“ – weil er angeb­lich Harald Spörl so ähn­lich sah

Dabei wäre er mit seiner tech­ni­schen Bril­lanz auch kaum im Abstiegs­kampf der Bezirks­liga Nie­der­rhein auf­ge­fallen. Lam­bertz robbte, foulte und quälte sich und seine Gegen­spieler im defen­siven Mit­tel­feld lieber über den Platz. 1,72 Meter mit Schuh­größe 46, die zuge­geben etwas seltsam über den Platz eierten. Typ Ansatz­vo­kuhila. Eine Art und Weise, die man aller­dings damals in Düs­sel­dorf schnell zu schätzen lernte. Als Lam­bertz in die 1. Mann­schaft auf­stieg, spielte der Verein noch im alten Paul-Janes-Sta­dion in der Ober­liga gegen Bayer Lever­kusen II, Adler Oster­feld und verlor auch gegen GFC Düren. Der Tra­di­ti­ons­verein lag am Boden.

In dieser Zeit taufte ihn Mit­spieler Michael Rösele auf den Namen Lumpi“ – wegen der Ähn­lich­keit zum Ham­burger Harald Lumpi“ Spörl. Eine eher exklu­sive Sicht­weise. Doch seitdem ist Lam­bertz Lumpi“ und Lumpi“ Lam­bertz.

Von dieser Mann­schaft bin ich der letzte Mohi­kaner“

Auch dank Lumpi“ ging es mit der For­tuna stetig bergauf. Als ich hoch­ge­zogen wurde, hätte es für die 2. Bun­des­liga ver­mut­lich nicht gereicht“, gestand er sich selbst ein, aber mein Weg hat mich Schritt für Schritt nach oben geführt.“ Nach oben mit der For­tuna. Der Auf­stieg in die 2. Bun­des­liga 2009, als Lumpi“ mit betäubtem Fuß 70 Minuten Vollgas im ent­schei­denden Spiel gegen Werder Bremen II gab – alle Bänder waren in der Vor­woche gerissen. For­tuna stieg auf. Von dieser Mann­schaft bin ich der letzte Mohi­kaner“, sagt er.

Drei Jahre später war Lam­bertz noch immer unan­ge­foch­tener Kapitän. Ange­bote von anderen Ver­einen hatte er immer abge­lehnt. Jetzt fehlte nur ein Sieg im Rele­ga­ti­ons­rück­spiel gegen Hertha BSC. Die Parte endete bekannt­lich mit einem Platz­sturm, Hertha-Trainer Otto Reh­hagel wollte damals angeb­lich Todes­ängste“ aus­ge­standen haben. Am Ende stieg Düs­sel­dorf auf, tau­sende Fans flu­teten den Rasen, rissen einen Elf­me­ter­punkt vor dem Abpfiff aus dem Straf­raum. Die Bilder sind bekannt. Und mit­ten­drin Lam­bertz.