Estadio San­tiago Ber­nabéu. 89. Spiel­mi­nute. Frei­stoß in aus­sichts­rei­cher Posi­tion für Real Val­la­dolid. Die Chance zum Unent­schieden. Der gerade erst ein­ge­wech­selte Cuauh­témoc Blanco schnappt sich die Kugel. Die Chance es end­lich allen zu zeigen. Der Mexi­kaner läuft an. Der Ball schlägt im linken Winkel ein – unhaltbar für Reals Iker Cas­illas. Jubel. Freude. Ekstase. Doch das Lachen wird dem Mexi­kaner bald ver­gehen.

Ein Wett­schein des Grauens
29. Sep­tember 2001. Vor dem Spiel gegen die König­li­chen“ gibt Val­la­do­lids Keeper Albano Biz­zari im Namen der Mann­schaft einen Kombi-Wett­schein ab. Diverse Fuß­ball-Ergeb­nisse. 15 an der Zahl. So wie jede Woche. Doch diesmal sind die Tipps des von Real aus­ge­lie­henen Tor­hü­ters anders. Sie sind gut. Zu gut. 

Was Cuauh­témoc Blanco vor dem Spiel gegen Madrid nicht weiß: Der Keeper hat auch auf die eigene Mann­schaft gewettet. Natür­lich hat sich Biz­zari für einen Sieg der König­li­chen“ und gegen das kleine Val­la­dolid ent­schieden. Alles andere wäre doch Wahn­sinn. Was der Angreifer eben­falls nicht ahnt: 14 der 15 Tipps sind richtig. Zumin­dest bis jetzt. 

Der 10 Mil­lionen-Euro-Treffer
Mit seinem Frei­stoß-Tor zum 2:2 rettet Temo“ seiner Mann­schaft einen nie für mög­lich gehal­tenen Punkt. Doch genau das ist das Pro­blem. Damit hätte keiner gerechnet. Nicht einmal die eigenen Team­kol­legen. Beim Blick auf den mög­li­chen Jackpot wird dem Mexi­kaner dann klar: Er hat seiner Mann­schaft einen echten Bären­dienst erwiesen.

Knapp zehn Mil­lionen Euro hätte das Team gewinnen können. Das wären rund 400.000 Euro pro Spieler gewesen. Kon­junktiv, wohl gemerkt. Dank Blancos Treffer geht der Jackpot nicht an den heu­tigen Zweit­li­gisten. Statt­dessen bringt die Kombi-Wette am Ende nur“ knapp 60.000 Euro ein – 2300 Euro pro Kopf. 

Der Cuauh­temina“
Jetzt habe ich gemerkt, was mein Tor wirk­lich wert ist“, wird Cuauh­témoc Blanco später zitiert. Irgendwie passt diese trau­rige Anek­dote zu der Kar­riere des Unvoll­endeten. In Mexiko wurde der bul­lige Stürmer zum Volks­held. In Europa wollte ihm der große Durch­bruch nie gelingen. Auch weil Ver­let­zungen den Rekord­tor­jäger des Confed Cups immer wieder zurück­warfen. 

Unor­tho­doxe Ball­an­nahmen mit dem Rücken oder seinem Hin­ter­teil machten ihn bekannt. Bei der WM 1998 in Frank­reich machte ihn ein nie gese­hener Trick welt­be­rühmt – der Cuauh­temina“. Im Spiel gegen Süd­korea klemmte der Mexi­kaner an der Eck­fahne den Ball zwi­schen beiden Füßen fest und sprang dann ein­fach über die Beine seiner Gegen­spieler – mit Ball. Seine Gegen­spieler konnten nur hin­ter­her­schauen. (Mehr davon findet ihr hier »>)