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3. Liga

Natür­lich musste gefeiert werden. Trotz Geis­ter­spiel, trotz Corona. Ein Auf­stieg kommt schließ­lich nicht alle Tage. Und so ver­la­gerte sich das Geschehen nach dem ent­schei­denden 3:2 gegen Mann­heim eben vor das Ein­tracht-Sta­dion. Nach und nach fanden sich die Fans ein, oben, an der Außen­seite der Tri­büne, ließ die Mann­schaft das Bier spritzen. Ein paar Ben­galos beleuch­teten die Sze­nerie – und plötz­lich schien die Welt in Braun­schweig wieder in Ord­nung. Die bit­tere Schmach des Abstiegs von 2018? Aus­ge­wetzt. Die Angst vor dem Absturz in den Ama­teur­fuß­ball aus der Vor­saison? Ver­gessen. Nie mehr, nie mehr – 3. Liga, nie mehr.“

So zumin­dest der Plan, den nicht nur die eupho­ri­sierten Fans, son­dern auch die Ver­ant­wort­li­chen um Sport­di­rektor Peter Voll­mann ver­folgten. Damals, im Sommer 2020, machte sich Voll­mann umge­hend daran, die Mann­schaft für die 2. Bun­des­liga umzu­rüsten. Sogar Auf­stiegs­coach Marco Ant­werpen musste gehen: Der Ver­trag wurde nicht ver­län­gert. Der eigen­sin­nige Trainer könne die Mann­schaft nicht wei­ter­ent­wi­ckeln, klang es durch. Doch das, was sie dann in Braun­schweig zusam­men­zim­merten, stand auch ohne Ant­werpen für vieles, nur nicht für Wei­ter­ent­wick­lung. Das Ende der Geschichte: direkter Wie­der­ab­stieg. Und also war der Sommer 2021 in Braun­schweig wieder ein trau­riger.

Ein Jahr später könnte es aber­mals in die andere Rich­tung gehen. Gewinnt die Ein­tracht ihre letzten drei Spiele, darf sie sich Zweit­li­gist nennen. So viel ist sicher. Doch bleiben Zweifel. Hat der Verein die Schatten der jün­geren Ver­gan­gen­heit diesmal wirk­lich über­wunden?

Dem Plan voraus

Vor der lau­fenden Saison haben sie sich Gedanken gemacht in Braun­schweig. Fahr­stuhl­mann­schaft? Nein, danke. Wir haben einen Zwei­jah­res­plan, an dessen Ende wir ganz vorne mit­spielen wollen“, sagte der neu­ver­pflich­tete Trainer Michael Schiele kurz nach Ver­trags­un­ter­schrift. Im ersten Jahr gehe es erst einmal um die Sta­bi­li­sie­rung des ins Wanken gera­tenen Klubs. Wie richtig der Neue mit dieser Pro­gnose gelegen hatte, schien sich wenige Wochen darauf zu zeigen. Am zweiten Spieltag ging Braun­schweig im Heim­spiel gegen Auf­steiger Vik­toria Berlin mit 0:4 baden. Doch die Ein­tracht fing sich, reihte drei Siege anein­ander und setzte sich oben fest. Schon zur Win­ter­pause prä­sen­tierte sich Michael Schiele angriffs­lus­tiger – und nun, im Früh­ling, lebt er immer noch, der Traum von Liga zwei.

Vor zwei Jahren war die Situa­tion eine ähn­liche. Zumin­dest auf den ersten Blick. Auch damals hatte Braun­schweig eine Seu­chen­saison hinter sich, auch damals durften sie im Winter in Rich­tung 2. Bun­des­liga schielen. Dann jedoch brach der BTSV ein – und das Coro­na­virus ins Land. Letz­teres sorgte für eine Unter­bre­chung des Liga­be­triebs und wir­belte auch sonst so einiges durch­ein­ander.

Ganz augen­schein­lich machten Geis­ter­spiele, Coro­na­er­kran­kungen und Ter­min­ver­schie­bungen den Braun­schwei­gern aber weniger zu schaffen als der Kon­kur­renz. Wäh­rend Duis­burg, Unter­ha­ching und 1860 Mün­chen die Puste aus­ging, punk­tete Braun­schweig kon­ti­nu­ier­lich. Dahinter steckte keine aus­ge­klü­gelte Spiel­idee oder beson­dere indi­vi­du­elle Klasse. Eher war es der breit Kader und die Schwäche der anderen, die Blau-Gelb nach oben spülte und in der spe­zi­ellen Auf­stiegs­feier mün­dete.

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