Seite 2: Indem Red Bull die Zahlungen zu Krediten erklärt, verringert man das Sponsoring

Fragen wie diese ver­schaffen den Machern um Red Bulls Global Head of Soccer, Oliver Mint­zlaff, einmal mehr große Pro­bleme. Denn zum einen wird relativ offen­sicht­lich, dass der deutsch­land­weit extrem pola­ri­sie­rende Klub weiter Schwie­rig­keiten hat, für externe Spon­soren attraktiv zu werden. Als grobe Richt­linie für die Erfül­lung des Finan­cial Fair­play auf UEFA-Ebene gilt, dass Geld­geber nur bis zu einem Drittel der Ver­eins­ein­nahmen lie­fern dürfen, ansonsten könnte die Uefa den Klub für den inter­na­tio­nalen Wett­be­werb sperren. Indem Red Bull die Zah­lungen zu Kre­diten erklärt, ver­rin­gert man zumin­dest den eigenen Anteil am Spon­so­ring­ku­chen – ein cle­verer Schachzug, einer­seits.

Ande­rer­seits ruft ein sol­cher Schul­den­berg, wie ihn Leipzig nun vor sich her­schiebt, natür­lich mehr denn je den Arg­wohn der UEFA-Regel­hüter auf den Plan, die RBL auch wegen deren Ver­flech­tungen mit dem eben­falls von Red Bull beatmeten Schwes­ter­klub RB Salz­burg ein­ge­hend durch­leuchten. Laut Salz­burger Nach­richten“ hat der Kon­ti­nen­tal­ver­band bereits signa­li­siert, dass RBL und RBS in der kom­menden Saison kei­nes­falls gemeinsam in den euro­päi­schen Wett­be­werben starten dürften.

Die Zahlen für 2016 dürften hoch inter­es­sant sein

Wirt­schafts­pro­fessor Zülch erklärte in der Mit­tel­deut­schen Zei­tung“, dass RB Leipzig seine Ein­nahmen künftig stärker aus dem Umsatz­pro­zess heraus gene­rieren müsse. Dieser Pro­zess habe bis­lang noch nicht statt­ge­funden“, sagt Zülch. Die Erlöse durch externe Wer­bung, TV-Ver­mark­tung, Handel und Ticke­ting müssen massiv steigen, wenn RB Leipzig keine Pro­bleme mit Finan­cial Fair Play (FFP) bekommen will.“

Dabei werde RB Leipzig seine Finanzen künftig noch detail­lierter offen­legen müssen, so Zülch, denn mit Jah­res­um­sätzen von über 40 Mil­lionen Euro in zwei hin­ter­ein­ander fol­genden Geschäfts­jahren werde RB laut Han­dels­ge­setz­buch künftig als große Kapi­tal­ge­sell­schaft ein­ge­stuft und müsse Geld­flüsse, wie die Auf­tei­lung der Umsatz­er­löse für 2016, dif­fe­ren­zierter auf­schlüs­seln. Schon die Zahlen für das Geschäfts­jahr 2016 dürften hoch inter­es­sant sein – auf­schluss­reich auch für die Herren von der UEFA.