Seite 2: Ein Heimspiel wie kein anderes

Die anfangs spo­ra­di­schen Ein­sätze in der Bun­des­liga häufen sich, bis der Verein ihn ganz für das erste Team vor­sieht. Seinen 22. Geburtstag feiert er einen Tag nach einem 4:0‑Erfolg gegen Hof­fen­heim, da ist er schon ein Stamm­spieler – doch der Jubel ist nur von kurzer Dauer: Von den letzten zwölf Spielen ver­lieren die Nürn­berger elf und der Tra­di­ti­ons­verein steigt ab.

Plat­ten­hardt wird für eine halbe Mil­lion Euro an Hertha BSC ver­kauft und avan­ciert bereits im ersten Jahr zum Stamm­spieler. Mitt­ler­weile spielt er die vierte Saison für die Ber­liner, die ihn nur noch Platte“ rufen. Er ist der Mann für die Stan­dards, der sichere Rück­halt – und auch sehr wahr­schein­lich der erste deut­sche Natio­nal­spieler bei einer WM für die Hertha seit Arne Fried­rich. 

Ein Heim­spiel wie kein anderes

Für Platte“ ist es heute Abend das 55. Heim­spiel im Olym­pia­sta­dion, selten wird er es so voll gesehen haben. Er ver­riet vor der Partie, dass er selber tat­kräftig mit­ge­holfen hätte, das Sta­dion voll­zu­kriegen: Er habe viele Tickets gekauft, schließ­lich wolle er seine Familie und Freunde bei diesem beson­deren Spiel dabei haben. Denn wäh­rend es für manch einen Spiel­ka­me­raden heute Abend noch darum geht, das Ticket nach Russ­land end­gültig zu lösen, kann es Plat­ten­hardt wie ein Spiel zu ehren seiner Leis­tung sehen.

Denn egal, was pas­siert: Er, linker Ver­tei­diger aus dem Land­kreis Ess­lingen, wird in etwas über zwei Monaten in Moskau sein, wenn Deutsch­land gegen Mexiko spielt. Die Frage ist nur, ob auf dem Feld oder auf der Bank.