Seite 2: Bobic rückt noch mehr in den Vordergrund

Fürs Erste über­nehmen die beiden ver­blie­benen Geschäfts­führer Fredi Bobic (Sport) und Ingo Schiller (Finanzen) Schmidts bis­he­rige Auf­gaben. Bobic, der seit seinem Amts­an­tritt im Juni ohnehin immer mehr zum Gesicht des Ver­eins geworden ist, wird künftig zusätz­lich für den Bereich Kom­mu­ni­ka­tion zuständig sein und dadurch ver­mut­lich noch stärker in der Öffent­lich­keit stehen.

Ich sehe die Geschäfts­lei­tung sehr gut auf­ge­stellt“, sagte Schmidt. Mit Bobic und Schiller ver­füge sie über starke, erfah­rene Füh­rungs­per­sön­lich­keiten im Fuß­ball“. Daher mache er sich keine Sorgen, dass das in ein Vakuum mündet oder in eine Situa­tion, wo Hertha BSC auch nur ansatz­weise nicht hand­lungs­fähig ist“.

Ver­wun­de­rung über Füh­rungs­kultur und Arbeits­klima

Bobic ist in den ver­gan­genen Wochen, in denen Schmidt bedingt durch seine pri­vate Situa­tion bereits ein­ge­schränkt war, schon als eine Art CEO von Hertha wahr­ge­nommen worden. Er hat – ähn­lich wie Schmidt – mit großem Willen zur Ver­än­de­rung seine Tätig­keit in Berlin begonnen. Über manche Gepflo­gen­heit im Verein, über die Füh­rungs­kultur und das Arbeits­klima auf der Geschäfts­stelle etwa, soll er, nun ja, recht ver­wun­dert gewesen sein.

Der neue Sport­vor­stand hat einen ganzen Stab an Mit­ar­bei­tern mit zu Hertha gebracht. Die Frage, ob er künftig eine expo­nier­tere Stel­lung im Klub ein­nehmen wird, liegt also auf der Hand. Werner Gegen­bauer wollte sie trotzdem nicht beant­worten.

Hertha ein Chaos­klub? Da kann ich mich nur tot­la­chen“

Her­thas Prä­si­dent möchte sich erst mit den zustän­digen Gre­mien des Ver­eins in Ruhe über die künf­tige Auf­stel­lung beraten. Man werde sich genau anschauen, wie es in der neuen Kon­stel­la­tion laufe, und mit der glei­chen Sorg­falt vor­gehen wie bei der Ent­schei­dung für Schmidt im ver­gan­genen Jahr.

Wir brau­chen weder gedank­lich noch sonst irgend­welche Schnell­schüsse“, sagte Gegen­bauer. Und mit Blick auf den neben ihm sit­zenden Schmidt: Es wäre für uns beide ein Armuts­zeugnis, wenn das nötig wäre.“ Denn dass Hertha ein Chaos­klub sei, da kann ich mich auch nur tot­la­chen“.

Dieser Text stammt von Tages​spiegel​.de und erscheint an dieser Stelle im Rahmen einer Koope­ra­tion. 

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