Max Meyer
Max Meyer und seine Traum­pässe. Im Sprech von hippen Hobby-Sozio­logen und Teenie-Por­talen würde das Ende dieser einst innigen Bezie­hung Ghos­ting“ heißen: Auf einmal waren sie weg, die Augen­or­gasmus-Zuspiele. Ohne einen Abschied. Ohne eine ver­dammte WhatsApp-Nach­richt. Max Meyer flir­tete als Trotz­re­ak­tion die letzten Monate sehr offensiv mit unnützen Dribb­lings im Halb­feld“. Und dann, ein­fach so, kam seine Ver­flos­sene gegen Wolfs­burg doch wieder um die Ecke. Erst vor dem 1:0 durch Burg­staller, das Meyer mit dem akri­bi­schen Blick eines Stell­werk­lei­ters vor­be­rei­tete. Und dann gleich noch mal vor dem 2:0, als er Choupo-Motings Laufweg besser zu kennen schien als Choupo selbst. Lieber Max, Du bist zwar erst 21 Jahre alt, aber mit diesen Zucker­pässen kannst Du gerne sess­haft werden. 

Raphael Guer­reiro

Da ver­lieren die Bayern unter der Woche gegen Hof­fen­heim, der Funke der Hoff­nung auf einen Sieg wird beim BVB wieder zu einem kleinen Feuer, der mit seiner Mann­schaft moti­viert in das Fan­ta­sie­schloss namens Allianz Arena“ reist . Und kas­siert in den ersten zehn Minuten direkt mal zwei Dinger. Der Samstag von Raphael Guer­reiro war also eher so mäßig geil. Richtig freuen konnte der Por­tu­giese sich des­wegen auch nicht, als er in der 20. Minute auf 1:2 ver­kürzte. Mit einem Strahl in den Knick, der Roberto Carlos Freu­den­tränen in die Augen treiben würde. Dessen Windzug Manuel Neuer wahr­schein­lich im Vor­bei­rau­schen eine Mit­tel­ohr­ent­zün­dung beschert hat. Guer­reiro aller­dings hatte nicht einmal ein müdes Lächeln für seinen Treffer übrig, son­dern nur eine Moti­va­ti­ons­geste für seine Team­ka­me­raden. Hat bekannt­lich nichts gebracht.

Markus Suttner
Spiele vom Wochen­ende, die noch weniger attraktiv klingen als Darm­stadt gegen Ingol­stadt: FK Kapaz gegen Neftci Baku, FH Haf­narf­jördur gegen ÍB Vest­man­nae­yjar, Ludo­gorez Ras­grad gegen Dunav Ruse. Dass sich das Abstiegs­duell als gut ansehbar ent­puppte, lag auch an über­ra­schend intel­li­gent auf­spie­lenden Ingol­städ­tern. Mit­ten­drin: Markus Suttner, 29, Links­ver­tei­diger und neu­er­dings Frei­stoß­ma­schine. So auch gegen Darm­stadt. Als er in der 72. Minute die Kugel aus gut 16 Metern ganz lässig zum 3:2‑Siegtor in den Darm­städter Kasten zir­kelt. Sutt­ners viertes Sai­sontor und gleich­zeitig sein viertes Frei­stoßtor. Und wir fragen uns, wo er die ganzen Jahre diesen Innen­rist ver­steckt hat. In seiner Gar­ten­laube? Im Hin­ter­zimmer eines ver­rauchten Beisl? Oder in der Sport­ta­sche von Mat­thew Leckie?

Nicolai Mül­lers Sohn Eti­enne

Die Vor­teile eines Innen­band­risses: Man hat end­lich Zeit für die Familie. Doch was macht Nicolai Müller mit seinem Sohn den ganzen Tag? Die Ant­wort: Shoppen. Den läs­sigen Blick trai­nieren. Zum Fri­seur gehen. So zumin­dest unser Tipp beim Anblick des drei­jäh­rigen Eti­enne auf der Tri­büne. Der Steh­kragen seiner braunen Leder­jacke schreit förm­lich nach zu teuer, für ein Klei­dungs­stück, aus dem man raus­wachsen kann“ . Die Seiten seines kleinen Schä­dels hat er kahl rasiert, oben trägt er dicke lange Matte, sty­lisch hoch­ge­gelt und fri­siert. Undercut kennt kein Alter. Und alle Muttis aus Berlin-Mitte schmelzen dahin.