Am 30. März 1974 schoss Franz B. ein Frei­stoßtor.

Klingt wie der Anfang eines Franz Kafka-Romans und ähn­lich ästhe­tisch anspruchs­voll war auch das, was der Kaiser in der 22. Minute gegen den MSV Duis­burg auf den Rasen zau­berte.

Mit der Innen­seite den Ball über die Mauer hinweg ins Tor löf­feln ist schon eine Kunst. Aber mit dem Außen­rist? Mit dem rechten Fuß mittig, leicht halb­rechts vor dem Tor? Ins lange Eck? Becken­bauer löf­felte nicht, er legte so gra­ziös Fuß an, wie ein Bild­hauer seinen Hammer und Meißel. Mit einer wun­der­baren Flug­bahn fand der Ball schließ­lich seinen Weg in den Winkel, und falls Duis­burgs Tor­wart Dietmar Lin­ders inzwi­schen wissen sollte, wie Becken­bauer das ange­stellt, dann möge er sich in der 11FREUNDE-Redak­tion melden.