Wenn in Köln ein neuer Döner­laden eröffnet, kräht kein Hahn danach. Am Eröff­nungstag hängen viel­leicht ein paar bunte Luft­bal­lons an der Mar­kise. Auf den Fens­ter­scheiben steht in knall­gelben Buch­staben Neu­eröff­nung geschrieben. Akti­ons­preis: 2,99€! Anwoh­nern fällt das neue Lokal auf, manche freuen sich viel­leicht kurz, denken sich: Hey super, end­lich muss ich die Stra­ßen­seite nicht mehr wech­seln.

Sobald die Luft­bal­lons und die Auf­kleber aber ent­fernt sind und sich der Laden in die lange Riege an Döner­läden in Köln ein­reiht, ver­gessen alle, wie lange das Eta­blis­se­ment über­haupt schon exis­tiert. Oder gab es den Laden nicht schon immer?

Nicht so bei der Eröff­nung von Mangal Döner. An der Mar­kise des äußer­lich unschein­baren und kleinen Lokals, flan­kiert von Bäcker und Super­markt, hängen keine bunten Luft­bal­lons, auch keine knall­gelben Buch­staben. Statt­dessen die schlichten Initialen LP und eine als Potenz­zahl geschrie­bene 10. Und schon ist alles anders.

Köln folgt seinem Prinzen

Nach seinem Mode­haus Stras­sen­ki­cker, inklu­sive eigenem Label, und einer Eis­diele, ist das Döner­fenster am tra­di­ti­ons­rei­chen Chlod­wig­platz in der belebten Süd­stadt bereits die dritte Anlauf­stelle für all die­je­nige, die den Geist von Lukas Podolski, nach wie vor Kölns Lieb­lings­sohn, spüren wollen. Zählt man den Effzeh dazu, der ja auch irgendwie immer ein biss­chen Poldi sein wird, sind es sogar vier.

Zur Eröff­nung seines neuen Pro­jekts hat der Prinz per­sön­lich gerufen. Und sein Volk ist gekommen. Schon Stunden vor der offi­zi­ellen Eröff­nung blo­ckiert eine 50 Meter lange Schlange den Ein­gang des bemit­lei­dens­werten Super­markts nebenan. Die ersten zehn Fans in der Pole Posi­tion, Tee­nies, Typ Bravo-Sport-Leser, stehen seit 12:00 Uhr hier. Start­schuss ist um 16:00 Uhr. Sie singen köl­sche Lieder als Zeit­ver­treib und stehen sich geduldig die Füße in den Bauch.

Döner als Weg­be­gleiter

Denn bevor er sich seinen treuen Fans hin­gibt, lädt Podolski zum Pres­se­ge­spräch. Warum Döner? Ein Fünf-Sterne-Restau­rant passt nicht zu mir. Ich bin kein Anzug­träger“, schmun­zelt er. Der Döner begleitet mich dagegen schon mein Leben lang.“ Er trägt Jog­ging­hose und Kapu­zens­weater. Stra­ßen­ki­cker trifft Döner­spieß.

Nicht zu ver­nach­läs­sigen ist seine Lei­den­schaft für die tür­ki­sche Kultur und ihrer kuli­na­ri­schen Spe­zia­li­täten, die durch seine Zeit bei Gala­ta­saray geprägt wurde. Und die Tat­sache, dass Podolski das schafft, wovon unser­eins nur träumen kann: Er sieht beim Döner­essen richtig gut aus. Keine von Joghurt­soße getränkte Nase nach dem beherzten Biss in die üppige Mahl­zeit. Kein Kraut­salat, der aus dem Mund­winkel lugt und wie eine Spa­ghetti ein­ge­sogen werden muss. 

Klar, der Döner ist eine wun­der­bare Erfin­dung. Aber seien wir ehr­lich: Er ist weder appe­tit­lich, noch ver­zehr­freund­lich. Doch Poldi wirkt mit Döner im Mund wie mit dem Ball am Fuß: Lässig, stil­echt, cool, sexy. Das alles zusam­men­ge­fasst erklärt die spon­tane Idee“, zusammen mit den tür­ki­schen Brü­dern Salih und Metin Dag, zwei in Köln bekannten und erfah­renen Restau­rant­be­sitzer, Podol­skis Faible in einem neuen Lokal umzu­setzen.