Seite 2: Wie die erfolgreiche Strategie zum Problem wurde

Die Kehr­seite dieser Vor­ge­hens­weise: Nach jeder Spiel­zeit sehen sich die Ver­ant­wort­li­chen im Fürs­tentum mit einem aber­wit­zigen Ader­lass kon­fron­tiert. Alleine nach der Meis­ter­schafts­saison ver­ließen mit Kylian Mbappé, Ber­nardo Silva, Ben­jamin Mendy und Tie­mouié Bakayoko vier über­ra­gende Akteure den Verein, im Fol­ge­jahr waren es unter anderem Thomas Lemar, Fabinho und Joao Mou­t­inho. Zwar gelang es auch ohne Mbappé noch Vize­meister zu werden. Doch diese wie­der­keh­rende Her­aus­for­de­rung brachte Leo­nardo Jardim einmal zu der frus­trierten Aus­sage, ihm wäre zu Beginn seines Enga­ge­ments ein anderes Pro­jekt ver­kauft worden, als immer wieder 18-Jäh­rige zu gestan­denen Profis aus­bilden zu müssen“.

Und aus­ge­rechnet in der kurzen Zeit, in der nicht Jardim, son­dern Henry an der mone­gas­si­schen Sei­ten­linie stand, setzte der Verein in der Panik ob des mise­ra­blen und der­maßen hinter den Erwar­tungen geblie­benen Tabel­len­platzes im ver­gan­genen Winter auf eine Stra­tegie, die dem eigent­li­chen Geschäfts­mo­dell voll­kommen ent­ge­gen­lief: In Cesc Fàb­regas und Naldo holte er zwei erfah­rene Spieler. Naldo sah zweimal in kurzer Zeit die rote Karte, die Erfah­rung von Fàb­regas konnte die Mann­schaft nicht sta­bi­li­sieren. Was mit Henry pas­sierte, ist bekannt.

Eine Frage der Taktik

In diesem Trans­fer­sommer geschah dann das Übliche: Fast 30 Spieler ver­ließen den Verein, einige ältere und nur wenige junge kamen hinzu. Ins­be­son­dere die Defen­sive ist es momentan, die den Ansprü­chen einer Spit­zen­mann­schaft nicht gerecht wird. Mit 14 Gegen­toren in fünf Spielen hat Monaco dop­pelt so viel ein­ste­cken müssen wie Schluss­licht Dijon. In allen bis­he­rigen fünf Par­tien war die Ver­tei­di­gung wegen Ver­let­zungen und Sperren jeweils unter­schied­lich besetzt. 

Doch das will der Trainer nicht als Ursache gelten lassen. Es ist eine Frage der Orga­ni­sa­tion, nicht der Spieler“, sagte Leo­nardo Jardim nach der Partie gegen Mar­seille. Und lenkte damit die Auf­merk­sam­keit auf sich: Taktik ist in erster Linie eine Ange­le­gen­heit des Trai­ners.