Seite 3: Warum Jardim die Spieler in Schutz nimmt

Dieses Urteil dürfte er auch mit Blick auf die kurze und erfolg­lose Amts­zeit Thiery Henrys abge­geben haben: Der Fran­zose hatte die Schuld an den kata­stro­phalen Resul­taten in seinen gut 100 Tagen an der Sei­ten­linie immerzu auf die Akteure auf dem Feld geschoben und selten selbst­kri­ti­sche Worte gewählt. Jardim hin­gegen nimmt seine Spieler in Schutz. Am Diens­tag­abend soll er sie zwar zu einer Kri­sen­sit­zung ein­be­rufen haben, in der Mann­schaft sei man aber ziem­lich zuver­sicht­lich, dass wir es besser machen werden“, wie die Sport­zei­tung L’Equipe“ Jardim zitiert.

Par­allel dazu hat Vize­prä­si­dent Oleg Petrov aller­dings nach Infor­ma­tionen von L’Equipe“ in dieser Woche begonnen, die Spieler über den Trainer aus­zu­fragen. Auch die Fan­grup­pie­rung Ultras Monaco 1994“ for­derte nun laut­stark die sofor­tige Ent­las­sung des Por­tu­giesen: Es ist Zeit zu han­deln. Jardim, wir danken Dir für alles, aber es ist Zeit, den Klub zu ver­lassen und die­je­nigen mit­zu­nehmen, die dich beschützen.“

Mit­leid fällt schwer, aber…

Das Spiel bei Stade Reims am heu­tigen Abend könnte Jar­dims vor­erst letzter Arbeitstag bei der AS Monaco sein. Es kur­siert das Gerücht, der Verein bereite schon den Fran­zosen Claude Puel als Nach­folger vor.

Zuge­geben: Es fällt nicht son­der­lich leicht, Sym­pa­thie und, daraus abge­leitet, Mit­leid für einen auf­zu­bringen Verein auf­zu­bringen, dessen Sponsor einer der reichsten Men­schen der Welt ist. Auch in Frank­reich schaut man oft mit Häme ins reiche Fürs­tentum: Dass die Mone­gassen auch im Fuß­ball weniger Steuern zahlen, trifft nicht bei jedem auf Ver­ständnis.

Aber: In den ver­gan­genen Jahren hat kaum ein Verein so zuver­lässig Top­spieler in den Welt­fuß­ball gebracht wie die AS Monaco. Und auch wenn er es selbst nie als seine Auf­gabe ver­standen hat – Leo­nardo Jardim hatte daran stets einen großen Anteil.