Seite 2: „Schmeichel ist ein Hüne – aber ich gab ihm eine Kopfnuss!“

6.
Das ganz große Fass machte Keane ein Jahr später auf. Weil er ver­let­zungs­be­dingt pau­sieren musste, gab der Mit­tel­feld­stra­tege den Experten für Uniteds haus­ei­genen TV-Sender MUTV“. Bei der 1:4- Nie­der­lage gegen den FC Midd­les­brough lief Keane zur Höchst­form auf. Rio Fer­di­nand sei ein schwa­cher Ver­tei­diger“, Kieran Richardson gar ein fauler Abwehr­spieler“, der es ver­dient habe bestraft zu werden“. Eben­falls im Schuss­feld: Darren Flet­cher („Kann nicht ver­stehen, warum die Schotten für ihn schwärmen“), Alan Smith („Läuft hier rum, als hätte er sich ver­irrt“) und John O´Shea („Geht nur spa­zieren“). Keanes Gesamt­ur­teil: Statt neue Spieler zu ver­pflichten, sollten wir einige raus­schmeißen!“ Die Aus­strah­lung der Sen­dung wurde zwar noch recht­zeitig von Ver­eins­vor­stand David Gill und Alex Fer­guson unter­sagt, die Zitate lan­deten den­noch in diversen Zei­tungen. Sein TV-Auf­tritt kos­tete Keane schließ­lich seinen Job bei Man­chester United und ließ die Freund­schaft mit Alex Fer­guson zer­bre­chen.

7.
In seiner jüngst ver­öf­fent­lichten zweiten Bio­grafie („The Second Half“) hat Keane noch wei­tere Schman­kerl preis­ge­geben. So habe er sich wäh­rend einer Asien-Reise zur Vor­be­rei­tung auf die Saison 1998/99 in einem Hotel­zimmer mit Tor­wart Peter Schmei­chel geprü­gelt, weil ihm dessen allzu for­sches Auf­treten auf den Sack ging. Keane: Er sagte: ›Ich hab genug von dem Scheiß. Lass uns das von Mann zu Mann klären.‹ Und ich sagte: ›Ok.‹ Dann prü­gelten wir uns. Es fühlte sich wie zehn Minuten an. Am nächsten Morgen wachte ich auf und erin­nerte mich nur noch bruch­stück­haft an den Kampf. Ich war viel zu besoffen gewesen. Meine Hand war wund und einer meiner Finger stand nach hinten ab.“ Nicky Butt, der offenbar als eine Art Schieds­richter“ fun­giert hatte, musste seinen Mit­spieler über den Kampf­ver­lauf auf­klären. Keane nicht ohne Stolz: Peter ist ein Hüne, aber ich konnte ihm eine Kopf­nuss ver­passen. Wir haben ewig gekämpft.“

8.
Der Moment, als Sun­der­land-Trainer Roy Keane fest­stellte, dass er doch nicht so viele echte Leader„ besaß, wie eigent­lich ange­nommen? Als sich seine Truppe vor dem ersten Heim­spiel in der Kabine zu den Klängen von Abbas Dan­cing Queen“ heiß machen wollte. Keane: Da stehen die Jungs kurz vor dem Kampf Mann gegen Mann, das Tes­to­steron schießt dir in so einem Moment eigent­lich durch den Körper. Und die hören diese Scheiße. Das hat mich echt traurig gemacht.“

9.
Wer kennt noch die legen­däre Whaaaaazzuup!“-Werbung von Bud­weiser? Seine Begeis­te­rung für diesen Spot wurde Robbie Savage offenbar zum Ver­hängnis. So ver­riet Keane, dass er in seiner Funk­tion als Trainer von Sun­der­land bei Savage ange­rufen habe, um den Mit­tel­feld­mann zu einem Wechsel zu über­reden. Seine Mailbox ging an: ›Hi, it´s Robbie – whaaaaaz­zuup!‹ Ich habe ihn nie wieder ange­rufen.“

10.
Zum Abschluss noch ein Hin­weis an alle Jour­na­listen-Kol­legen: Macht euer ver­dammtes Handy aus, wenn ihr nicht von Roy Keane mit Bli­cken getötet werden wollt!