Seite 2: Stindl ist es gewohnt, auch mal zweite Geige zu spielen

Nun denn: Pus­te­ku­chen! Inmitten der Kraft­pa­kete Thuram und Pléa wirkt Lars Stindl zwar ein klein wenig schmächtig, doch anders als sein noch etwas betag­terer Kol­lege Raf­faél hat er den Platz im Team nach seinem Come­back weit­ge­hend behaupten können. Was zum einen damit zu tun hat, dass Stindl der viel­leicht spiel­in­tel­li­gen­teste sämt­li­cher Glad­ba­cher Offen­siv­leute ist, zum anderen sicher auch damit, dass seine Kon­kur­renten nicht Haa­land und Brandt heißen, son­dern nur“ Hof­mann und Herr­mann.

Gleich­wohl mag Marco Reus einen Blick auf den wieder glück­lich inte­grierten Lars Stindl werfen, sollte er dieser Tage sor­gen­voll in die Zukunft schauen. Tat­säch­lich lässt sich, ober­fläch­lich betrachtet, nur noch schwer ein Platz für Reus finden, wenn alle Angreifer des BVB zur Ver­fü­gung stehen. Ande­rer­seits kann ein Spieler wie er, sollte es hart auf hart kommen, nach wie vor ein wich­tiger Faktor sein (um nicht das Angeber-Wort Unter­schieds­spieler zu benutzen).

Weniger Ver­ant­wor­tung – viel­leicht eine Erleich­te­rung?

Eines indes wird Reus aller Vor­aus­sicht nach nicht mehr sein: der unver­zicht­bare Fix­punkt, um den sich das ganze Dort­munder Uni­versum dreht. Aber das kann ja auch eine Erleich­te­rung sein für einen in die Jahre gekom­menen Herrn, der sich all­mäh­lich die Kräfte ein­teilen muss. Ein Status, der ihn mit Stindl eint, der es aller­dings allein wegen seiner Vita (Han­nover 96!) gewohnt ist, öfter mal die zweite Geige zu spielen.

Was mit all dem frei­lich noch nicht geklärt ist: ob die beiden rüs­tigen Drei­ßiger auch stark genug sind, um im Sommer mit der Natio­nal­mann­schaft bei der EM dabei zu sein. Aber das ist dann tat­säch­lich noch mal eine ganz andere Geschichte.