1. Mechelen (80 000 Ein­wohner)
1988 kata­pul­tierte sich mit dem KV Mechelen ein kleines bel­gi­sches Städt­chen auf Europas Fuß­ball­land­karte, das zuvor nur Beet­ho­ven­ken­nern ein Begriff gewesen war: Der Groß­vater des Kom­po­nisten ward hier geboren. Im End­spiel um den Euro­pa­pokal der Pokal­sieger gegen Ajax Ams­terdam (1:0) diri­gierte aller­dings ein anderes auf­stre­bendes Talent den Tri­umph­marsch: Trainer Aad de Mos. 

2. Ander­lecht (101 000)
Den ersten Euro­pa­cup­sieg einer bel­gi­schen Mann­schaft fei­erte hin­gegen der RSC Ander­lecht. Und das im natio­nalen Wohn­zimmer, fand das Finale im Pokal­sie­gercup 1976 doch im Heysel-Sta­dion zu Brüssel statt. Prak­tisch: Dop­pel­tor­schütze Rob Ren­sen­brink konnte seine Kol­legen nach dem 4:2‑Sieg gegen West Ham United zum Feiern ein­fach in die Stamm­kneipe um die Ecke ein­laden, gehört Ander­lecht doch geo­gra­phisch zum Groß­raum Brüssel.

3. Ips­wich (121 000)
3:0 im Hin­spiel, 2:4 im Rück­spiel: Ips­wich Town machte es in den UEFA-Cup-End­spielen gegen AZ Alk­maar 1981 span­nend. Trainer Bobby Robson wurde anschlie­ßend umge­hend zum eng­li­schen Natio­nal­trainer beför­dert, wie vor ihm bereits der ehe­ma­lige Ips­wich-Übungs­leiter Alf Ramsey nach der Meis­ter­schaft 1962. Zwei eng­li­sche Aus­wahl­trainer aus einem Verein – bis heute ein Rekord auf der Insel.

4. Mön­chen­glad­bach (151 000)
Die Domi­nanz der Fohlen-Elf im UEFA-Cup-Final­rück­spiel 1975 gegen Twente Enschede ist bis heute rekord­ver­dächtig. Nach einem drögen 0:0 am hei­mi­schen Glad­ba­cher Bökel­berg drehten Dop­pel­tor­schütze Alan Simonsen und Hat­tri­cker Jupp Heynckes im Rück­spiel im Enscheder Diek­mann-Sta­dion den Gas­hahn so richtig auf. End­stand: 1:5 – der bis heute höchste Aus­wärts­fi­nal­sieg im Euro­pa­pokal.

5. Lever­kusen (160 000)
Wie geprü­gelte Hunde schli­chen die Bayer-Spieler nach der 0:3‑Hinspielpleite im UEFA-Cup-Finale 1988 aus dem Sta­dion von Espanyol Bar­ce­lona. Doch nur zwei Wochen später drehten Götz, Cha & Co. das ver­loren geglaubte End­spiel und siegten schließ­lich im Elf­me­ter­schießen. Sieg­tor­schütze Klaus Täuber brüllte herr­lich ehr­lich ins Mikrofon: Heute sauf’ ich, bis mir das Bier zu den Ohren raus­kommt!“

6. Parma (184 000)
Befeuert von den Mil­lionen eines Lebens­mit­tel­her­stel­lers avan­cierte der AC Parma in den Neun­zi­gern fast zwangs­läufig zur euro­päi­schen Groß­macht. Dem Pokal der Pokal­sieger 1993 folgten die UEFA-Cups 1995 und 1999. Und 2004 mel­dete der Klub, ebenso zwangs­läufig, Kon­kurs an. 

7. Aber­deen (213 000)
Die Königs­scheibe in allen schot­ti­schen Plat­ten­läden: European Song“, eine Single, ein­ge­sungen durch die Aber­deen Foot­ball Squad“ anläss­lich des Tri­um­phes 1983 im Pokal der Pokal­sieger. Voller Pathos besingen Alex McLeish und Kol­legen ihren über­ra­schenden Tri­umph: We can sing, and we can play, cause Alex Fer­guson, he knows the way!“ 

8. Eind­hoven (214 000)
Hin­terher hat man’s vorher gewusst. Ich wäre schon vor dem Spiel jede Wette ein­ge­gangen, dass wir gewinnen würden“, prahlte PSV-Stürmer Willy van de Kerkhof unge­niert nach dem 3:0‑Erfolg im zweiten UEFA-Cup-Final­spiel 1978 gegen den kor­si­schen Ver­treter SC Bastia. Zur Beloh­nung gab es stolze 20 000 Gulden Prämie pro Sie­ger­nase. 

9Porto (216 000)
Die Hacke des Alge­riers Rabah Madjer soll man­chem Bayern-Ver­tei­diger aus dem Euro­pa­po­kal­fi­nale 1987 noch heute den Schlaf rauben. Der FC Bayern führte in Wien 1:0 und wollte den Lan­des­meis­ter­titel gegen den FC Porto locker nach Hause schau­keln. Dann kam Mad­jers Ferse, drei Minuten später traf noch Juary Filho, und der Titel ging nach Por­tugal. 

10. Mag­de­burg (230 000)
Ein merk­wür­diges Finale, das der 1. FC Mag­de­burg 1974 als lupen­reine Regio­nal­aus­wahl gegen die Welt­stars vom AC Mai­land gewann: Nur 5000 Zuschauer hockten im Rot­ter­damer De Kuip“, weil Mag­de­burger nicht reisen durften und Mai­länder nicht reisen wollten. Gefeiert wurde der erste Euro­pa­pokal der Pokal­sieger einer DDR-Aus­wahl trotzdem zünftig: mit heim­lich am Flug­hafen Schö­ne­feld gekauftem Rot­käpp­chen-Sekt im sil­bernen Pokal.