Seite 2: Goldenes Transferhändchen

Dass Schwarz für den spie­le­ri­schen Auf­schwung auch die rich­tigen Spieler auf­stellen kann, hat er den Trans­fer­glücks­griffen von Rouven Schröder zu ver­danken. Denn seit in Mainz nach viel Theater in der Füh­rungs­etage end­lich Ruhe ein­ge­kehrt ist und Schröder seinen Ver­trag bis 2022 ver­län­gern konnte, hat der Sport­vor­stand momentan viel Bereit­schaft für Risiko: Im Sommer tätigte er vier der fünf teu­ersten Trans­fers der Klub­ge­schichte und gab dabei 30 Mil­lionen Euro für eher unbe­kannte Namen aus dem Aus­land aus. Da die Gehalts­vor­stel­lungen von deut­schen Nach­wuchs­spie­lern zu hoch für Mainz sind, holt sich Schröder lieber die ver­hei­ßungs­vollen Talente aus den zweiten Reihen von Frank­reich und Spa­nien. 

Den Grund­stein für dieses Erfolg­reiche Kon­zept legte Schröder schon im Sommer 2017, als er mit Abdou Diallo den Reser­ve­ver­tei­diger Monacos und Kapitän der fran­zö­si­schen U21-Natio­nal­mann­schaft ver­pflich­tete. Dass sich ein so heißes Talent für den FSV Mainz als erste Sta­tion im Aus­land ent­schied, zahlte sich für beide Par­teien aus: Diallo war vom ersten Spiel an in der Mainzer Innen­ver­tei­di­gung gesetzt, gehörte zu den besten Ver­tei­di­gern der Bun­des­liga und wech­selte ein Jahr später für 28 Mil­lionen Euro prompt zu Borussia Dort­mund. Diesen Sommer ver­pflich­tete Schröder mit Diallos Trans­fer­erlös den 23-jäh­rigen Pierre Kundé (Atle­tico Madrid, 7,5 Mil­lionen Euro), Jean-Phil­ippe Mateta, 21 (Olym­pique Lyon, acht Mil­lionen), Moussa Nia­kathe, 22 (FC Metz, sechs Mil­lionen) und Aarón Martin, 21 (Espanyol Bar­ce­lona, sechs Mil­lionen Euro). 

Vier Voll­treffer

Alle vier haben sich, obwohl Mainz mit nur zwei Scouts die wenigsten Scouts aller Bun­des­li­gisten beschäf­tigt, als gold­rich­tige Trans­fers erwiesen und ver­an­lassen die Ent­scheider in Mainz sogar schon dazu, für die nächste Saison zu planen. Läuft die Rück­runde gut, soll die Mann­schaft, die mit 24,6 Jahren im Durch­schnitt der jüngsten Kader der Bun­des­liga ist, auch über den Sommer hinaus defi­nitiv zusammen bleiben. Wäh­rend Mainz für junge Spieler lange als gute erste Sta­tion im Aus­land gesehen wurde, bevor man den nächsten Schritt wagt, klingt Schröder jetzt deut­lich selbst­be­wusster: Wir sind natür­lich wei­terhin ein Wei­ter­bil­dungs­verein. Aber wir haben uns finan­ziell ent­wi­ckelt. Wir werden für Mateta die Situa­tion so auf­bauen, dass es für ihn auch finan­ziell attraktiv ist, bei uns zu bleiben“. 

Mainz hat diesen Winter zum ersten Mal seit 13 Jahren keinen ein­zigen Win­ter­transfer getä­tigt. Brauchten sie auch gar nicht. Denn obwohl sich der Kader nicht – wie bei den anderen direkten Kon­kur­renten – im Winter noch mal ver­grö­ßert hat, muss sich Sandro Schwarz vor jedem Spiel den Kopf dar­über zer­bre­chen, wel­chen Mil­lio­nen­transfer er auf die Bank setzen wird. Um all seine Hoch­ka­räter auf den Platz zu bringen, müsste er mit sechs Defensiv- und acht Offen­siv­ak­teuren spielen. Des­wegen durfte der Sechs-Mil­lionen-Tranfer Moussa Nia­kathe trotz guter Leis­tung in beiden Rück­run­den­spielen nur auf der Bank sitzen.