Der Fuß­ball hat seine Ursprünge in Eng­land, doch wohl nir­gendwo sonst wird er so geliebt wie in Bra­si­lien. Und diese Liebe springt hin und wieder auch vom Men­schen auf die Tiere über, die dort nicht selten wäh­rend Spielen auf dem Platz auf­tau­chen. James Rodri­guez etwa wird sich viel­leicht noch an die für euro­päi­sche Ver­hält­nisse viel zu große Heu­schrecke erin­nern, die ihm bei der Welt­meis­ter­schaft 2014 nach einem Elf­me­tertor an den Ärmel sprang. Und erst kürz­lich sorgte ein Papagei für eine unter­halt­same Spiel­un­ter­bre­chung, als er bei einer Trai­nings­partie der bra­si­lia­ni­schen Natio­nal­mann­schaft auf dem Kopf einer Spie­lerin lan­dete. An diesem Wochen­ende ereig­nete sich hin­gegen eine weniger schöne Begeg­nung eines Fuß­bal­lers mit der Tier­welt: Näm­lich die von Jordan da Silva Fer­reira, Tor­wart des bra­si­lia­ni­schen Dritt­liga-Klubs Jacui­pense, und einem Haufen biss­freu­diger Ameisen. 

Letzte Hilfe: Aus­ziehen

Das Spiel in der bra­si­lia­ni­schen Serie C zwi­schen Fer­ro­vi­ario und Jacui­pense war bereits in den Schluss­mi­nuten, als Gäs­te­keeper Jordan einen Frei­stoß aus dem Halb­feld abfing und schnell wieder ins Spiel bringen wollte. Doch kurz vor dem Abwurf hum­pelte der 29-Jäh­rige plötz­lich und sank schließ­lich am Straf­raum­rand zu Boden. Ein großer Fehler: Denn offen­sicht­lich war der Tor­hüter dort auf einen unter­ir­di­schen Amei­sen­haufen gefallen.

Die Insekten, deren unglück­liche Wohn­ort­wahl auf einem Fuß­ball­platz zuvor wohl nie­manden auf­ge­fallen war, waren über den ver­meint­li­chen Ein­dring­ling gar nicht glück­lich und gingen direkt zum Angriff auf Jordan über. Der Tor­wart, vorher noch reglos am Boden gelegen, robbte dar­aufhin ver­zwei­felt auf dem Boden herum und ver­suchte, die Ameisen von seinem Körper zu kratzen. Als auch das nichts brachte, stand er wieder auf und zog sein Tor­wart­trikot aus, um sich vor wei­teren Bissen zu schützen. Auch Mit­spieler und der Mas­seur des Ver­eins kamen dem Schluss­mann schließ­lich zu Hilfe.

Tor­hüter Jordan kann das Spiel beenden

Kurze Zeit später hatte sich die Situa­tion beru­higt: Kaltes Wasser habe aus­ge­reicht, dann waren die Ameisen ent­fernt und Jordan konnte wei­ter­spielen, berichtet der bra­si­lia­ni­sche Sport­sender Globo Esporte“. Die letzten Minuten des Spiels konnten danach fort­ge­setzt werden, es war ein sonst nicht weiter span­nendes Unent­schieden zwi­schen zwei durch­schnitt­li­chen Dritt­li­ga­teams. Und doch hat diese Partie am Ende inter­es­sante Erkennt­nisse für die Fuß­ball­welt zu bieten. Denn den Ameisen gelang das, woran selbst die Schieds­richter in den großen Ligen regel­mäßig schei­tern: Sie brachten einen Spieler dazu, trotz einer scheinbar drin­gend benö­tigten Ver­let­zungs­pause schnell wieder auf den Füßen zu stehen. Viel­leicht, mögen sich manche jetzt denken, bräuchte es auch bei fall­freu­digen Fuß­ball­profis in Europa hin und wieder mal einen Amei­sen­haufen auf dem Feld.