Seite 2: Wo das „Lautrer Modell“ seine Tücken hat

Seitdem, und vor allem am ver­gan­genen Wochen­ende, ist viel pas­siert. Nachdem her­auskam, dass Littig und wei­tere Mit­glieder des Auf­sichts­rates sich erneut mit dem Russen aus Kre­feld getroffen habe, soll Pono­marev 30 Mil­lionen Euro geboten haben. Aber auch die Bedin­gung auf­ge­stellt haben, dass ihm, dem Geld­geber, in Kai­sers­lau­tern mehr Mit­be­stim­mungs­rechte als vor­ge­sehen ein­ge­räumt würden.

Eine Nach­richt, die am Wochen­ende für den großen Bruch sorgte. Nicht nur, dass sich die Fans bereits als Zweig­fi­liale des KFC Uer­dingen fühlten. Auch Auf­sichts­rats­chef Banf bevor­zugt eine andere Lösung. Mit einer Brü­cken­fi­nan­zie­rung durch ein Ban­ken­kon­sor­tium will er erst nach dem Zulas­sungs­ver­fahren einen großen Investor suchen. Seine Kol­legen Littig und Co. spra­chen sich hin­gegen für eine schnelle Ent­schei­dung und einen Anker­in­vestor, wie Pono­marev, aus. Dass sie sich ohne Ein­ver­ständnis des Ver­eins mit dem Russen getroffen hätten, wie es die Bild“-Zeitung schrieb, demen­tierte der Verein.

Kein Geld ohne Mit­be­stim­mung

Natür­lich wäre es sehr positiv, wenn wir einen Anker­in­vestor hätten“, sagte Littig am Sonntag gegen­über Die Rhein­pfalz“. Es handle sich schließ­lich um die schwie­rigste Phase in der Geschichte des 1. FCK“. Das Pro­blem aus Lit­tigs Sicht: Was mir in Gesprä­chen mit poten­zi­ellen Inves­toren zuneh­mend gespielt wird, ist, dass unser ›Lau­terer Modell‹ zwar einen Top-Schutz für die Inter­essen des 1. FCK bietet, aber Inves­toren zum Teil die aus ihrer Sicht not­wen­digen Zugänge ver­hin­dert.“

In Kai­sers­lau­tern zeigt sich dieser Tage, dass eine Aus­glie­de­rung der Pro­fi­ab­tei­lung wohl doch nicht so ein­fach und viel­ver­spre­chend ist, wie es die Ver­ant­wort­li­chen im Sommer ver­spro­chen hatten. In einen Dritt­li­gisten inves­tieren nur die wenigsten – ein Groß­teil der aus­ge­lobten FCK-Akti­en­pa­kete zu 100.000 Euro will nie­mand haben. Und wenn doch jemand mit großem Scheck­buch kommt, will er zur Sicher­heit auch die volle Kon­trolle.

Kai­sers­lau­tern rauft sich zusammen

Eine ver­wor­rene Situa­tion. Dass sich zudem auch noch Haupt­sponsor Harald Lay­en­berger am Mon­tag­morgen via Face­book ein­schal­tete und den Ver­ant­wort­li­chen dicke eit­rige Pickel ins Gesicht“ wünschte, machte das Sit­ten­ge­mälde vom Bet­zen­berg zwar umso bunter. Das Gesamt­bild aber nicht unbe­dingt besser. Dass sich der Auf­sichtsrat ent­gegen aller Ver­mu­tungen und per­sön­li­cher Ambi­tionen am Mon­tag­abend dazu ent­schied, bis zur Ertei­lung der Dritt­liga-Zulas­sung im März zusam­men­ar­beiten zu wollen, glich schon fast einem Wunder.

Klar ist momentan nur, dass der 1. FC Kai­sers­lau­tern am Schei­deweg steht. Wird das Lautrer Modell“ zugunsten von Inves­toren auf­ge­weicht oder nach einer Alter­na­tiv­lö­sung gesucht? Wohl­wis­send, dass am 1. März zwölf Mil­lionen Euro auf dem Tisch liegen müssen, um nicht die Lizenz ent­zogen zu bekommen und gänz­lich abzu­rut­schen. Und dass die alten Pro­bleme im neuen Jahr wieder auf­tau­chen würden.

Viele Optionen

Viel­leicht ist des­halb nur sicher, was Sport­vor­stand Martin Bader im Trai­nings­lager gegen­über dem SWR sagte: Wir haben ganz ganz viele Optionen, das ist das posi­tive, die wir prüfen. Ob das Fremd­fi­nan­zie­rung ist, Brü­cken­fi­nan­zie­rung, ob das Inves­toren sind, regio­nale Spon­soren oder ob das eine wei­tere Fan-Anleihe ist. Das ist ein bunter Strauß an Mög­lich­keiten.“ Gut mög­lich, dass es doch nicht die schwie­rigste Phase in der Geschichte des Ver­eins ist. Gut mög­lich, dass der 1. FC Kai­sers­lau­tern noch zu retten ist. Nur die Fritz-Walter-Samm­lung, die wird ganz sicher ver­kauft.