Man­fred Wilke, es ist Don­ners­tag­vor­mittag. Befinden Sie sich noch im Freu­den­taumel oder hat Sie der Alltag schon wieder ein­ge­holt?

Wir sitzen hier im Büro und müssen die Lizenz für die dritte Liga vor­be­reiten. Für den Fall der Fälle auch die Lizenz zur zweiten Liga. Am Samstag kommt schon Hol­stein Kiel, dann wartet der West­fa­len­pokal und in drei Wochen kommt Borussia Dort­mund. Sie sehen, wir haben zu tun.

Es waren ver­rückte 24 Stunden für die SF Lotte. Wie groß wurden Ihre Augen, als Sie ges­tern den Platz mit Schnee bedeckt sahen?

Die Über­ra­schung hielt sich in Grenzen, es begann ja bereits am Vor­abend auf Minus­tem­pe­ra­turen zu fallen und zu schneien. Da hatten wir im ersten Moment kaum Hoff­nung und dachten eigent­lich, dass wir am ehesten auf dem Schnee spielen könnten. Als der Schieds­richter zur Platz­be­ge­hung kam, war dann klar, dass wir räumen müssen.

Und das ganze Dorf kam zusammen.

Es kamen vor allem viele junge Leute, die wir über die sozialen Medien erreicht hatten. Und das hat uns enorm gefreut. Wie sagt man: Wenn zwei sich freuen, dann ist es dop­pelte Freude.

War das Spiel denn wirk­lich in Gefahr?

Auf jeden Fall. In den ersten Stunden war nicht abzu­sehen, ob wir es schaffen. Erst zum Nach­mittag hat sich die Lage beru­higt. Hätten wir erst heute Abend gespielt, wäre der Platz kom­plett zuge­froren und ein Spiel unmög­lich. Und am Diens­tag­abend hätten wir in das Schnee­chaos hin­ein­ge­spielt. So muss man sagen, dass wir sogar ganz viel Glück hatten.

Der Platz sah trotzdem nicht ast­rein aus. Waren Sie denn zufrieden?

Ja, wir hatten schon deut­lich schlech­tere Platz­be­din­gungen. Unter diesen Umständen können wir mit dem Rasen voll zufrieden sein.