Sen­ti­men­tale Kla­vier­musik setzt ein, ein Sky-Spre­cher reka­pi­tu­liert im Off die Plei­ten­serie von Bayer 04 Lever­kusen und in der Nah­auf­nahme kreisen immer wieder die zit­ternden Augen von Trainer Roger Schmidt. Die Kla­vier­musik wird noch lang­samer. Der Spre­cher schenkt jedem ein­zelnen Wort einen eigenen Ball­saal Platz, um seine Wir­kung aus­zu­breiten. Eine Beer­di­gung ist nichts dagegen.

Öffent­liche Anzäh­lung

Dann trat Mode­rator Jan Henkel mit ernster Miene ins Bild: Roger Schmidt ist heute morgen von dem Gesell­schaf­ter­aus­schuss der AG bereits ent­lassen worden.“ Bumm, das saß.

Allein, es stimmte nicht.

Penibel hatte der Sender in den ver­gan­genen Minuten seine Peri­petie auf­ge­baut. Es wirkte in der Rück­schau per­fide. Die Stim­mung vor dem Spiel gegen Frank­furt war schlecht. Sowohl bei den Ver­ant­wort­li­chen, als auch in der Kurve und bei den Jour­na­listen. Zwei von ihnen – Karl­heinz Wagner vom Kölner Stadt-Anzeiger und Thomas Gass­mann vom Express – zählten Schmidt im Vor­be­richt scho­nungslos an. 

Zurecht in der Kritik

Nach zwei Nie­der­lagen in Folge und Platz zehn vor dem Anpfiff stand Schmidt zurecht in der Kritik. Wie ihn die Medien jedoch in diesen Minuten ans Kreuz fixierten, war wider­lich. Da wurde sogar die gelas­sene Reak­tion nach der x‑ten Nach­frage zur Bedeu­tung des kom­menden Spiels und einem pein­li­chen Mie­nen­spiels des Jour­na­listen, als nervös“ ein­ge­ordnet. Wollen sie mich pro­vo­zieren oder brau­chen Sie noch irgend­einen Satz auf ihrem Zettel? Ich glaube, ich habe das fünfmal erklärt. Das soll rei­chen“, hatte Schmidt gesagt. Schlag­zeilen machte es trotzdem.