Nicklas Bendtner, Ihr Lieb­lings­tier ist der Tiger. Warum?
Er steht am Ende der Nah­rungs­kette. Er frisst, um zu über­leben, ohne Mit­leid zu haben, er kennt es nicht einmal. Er ist der Räuber schlechthin, ein Tier von gefähr­li­cher Schön­heit.

Er ist zudem ein Ein­zel­gänger. Sind Sie das auch?
Nein, als Fuß­baller muss ich in der Gruppe jagen, um Beute zu machen.

Sie müssen, täten es aber lieber allein?
Ich lebe meinen Indi­vi­dua­lismus in anderen Berei­chen meines Lebens aus.

Haben Sie Freunde im Fuß­ball­ge­schäft?
Ja, ich würde sagen, unge­fähr fünf­zehn.

Wer ist Ihr bester Freund?
Er heißt Chris­tian. Wir spielten zusammen, bis wir sech­zehn waren. Dann wurde ich Profi, er ergriff einen nor­malen Beruf.

Hat Chris­tian die Distanz zu sagen: Nicklas, reg dich nicht auf, es ist doch nur Fuß­ball?
Nein, er kann sogar noch schlechter ver­lieren als ich. Es macht für ihn keinen Unter­schied, dass er bloß sonn­tags auf der Wiese kickt. Er hasst es, wenn er eine Tor­chance ver­gibt. Er ärgert sich oft tage­lang, dann muss ich ihm sagen: Chris­tian, reg dich nicht auf, es ist doch nur Fuß­ball.

Sie haben fünf­zehn Freunde. Haben Sie auch Feinde?
Nicht, dass ich wüsste.

Tiger sind vom Aus­sterben bedroht. Fuß­baller wie Sie auch?
Ich bin der Mann, der ich sein will. Ich lebe nach meinen eigenen Vor­stel­lungen. Die einen akzep­tieren das, die anderen nicht. Die einen sind froh dar­über, die anderen haben Pro­bleme damit.

Macht es Ihnen nichts aus, nicht all Ihren Mit­men­schen zu gefallen?
Nein, denn bloß im Main­stream mit­zu­schwimmen, das wäre mir viel zu lang­weilig. Diese Hal­tung wird von man­chen als Allüre ange­sehen. Dabei will ich nur nicht so sein, wie die meisten anderen schon sind.

Ihr radi­kaler Indi­vi­dua­lismus hätte Sie in den Sieb­zi­gern und Acht­zi­gern zu einem Mega­star des Fuß­balls gemacht. Heute wirken Sie inmitten Ihrer braven Kol­legen wie ein Son­der­ling.
Das höre ich nicht zum ersten Mal. 

Stimmen Sie denn zu?
Ich bin zu jung, um mich in Zeiten zurück­zu­ver­setzen, die schon so lang ver­gangen sind.

Sie haben doch bestimmt schon mal von George Best gehört, dem Inbe­griff des Fuß­ball-Pop­stars.
Natür­lich kenne ich George Best. Aber bevor ich mich mit ihm ver­glei­chen lasse: Wie defi­nieren Sie den Begriff Fuß­ball-Pop­star?