Der ita­lie­ni­sche Fuß­ball schreibt zur­zeit keine beson­ders guten Nach­richten, und selbst die guten Nach­richten sind in Wirk­lich­keit gar keine. Als größter Erfolg der jün­geren Ver­gan­gen­heit gilt in Ita­lien der Trans­fer­coup des AC Mai­land, der David Beckham nach langem Ringen doch hat ver­pflichten können, einen fast 34-Jäh­rigen, der auf seine alten Tage noch ein biss­chen im son­nigen Kali­for­nien kicken und abkas­sieren wollte. Das soll eine frohe Bot­schaft sein?



Mehr haben sie in Ita­lien im Moment nicht vor­zu­weisen. Nach dem Ach­tel­fi­nale der Cham­pions League wird die Serie A im Euro­pacup nur noch von Udine ver­treten. Alle anderen: aus­ge­schieden.

So ändern sich die Zeiten. 2003 stellte Ita­lien noch drei der vier Halb­fi­na­listen in der Cham­pions League, vor 20 Jahren unter Arrigo Sacchi hat der AC Mai­land den Fuß­ball des nächsten Jahr­tau­sends gespielt. Inzwi­schen sind sie in Ita­lien zurück im Jahr 1987. Trends setzt Milan nur noch auf dem natio­nalen Markt: Der Klub steht für den all­ge­meinen Nie­der­gang, für eine abstruse Per­so­nal­po­litik, für Grö­ßen­wahn und Geld­ver­schwen­dung. Milans lokaler Kon­kur­rent Inter beschäf­tigt den der­zeit teu­ersten Spieler der Welt. Zwölf Mil­lionen Euro soll Zlatan Ibra­hi­movic im Jahr ver­dienen. Eine Menge Geld für einen, der in der kom­pletten Cham­pions- League-Saison genau ein Tor erzielt hat.

Ita­lien ist das Land, wo der Fuß­ball ver­blüht. Der Calcio ist alt, fett und träge geworden. Dabei ist Ibra­hi­movic zumin­dest noch Sportler im klas­si­schen Sinne und kein Frei­zeit­ki­cker wie sein bra­si­lia­ni­scher Kol­lege Adriano, der am Mitt­woch gegen Man­chester ein­ge­wech­selt wurde und min­des­tens 15 Kilo­gramm Über­ge­wicht auf den Platz schleppte. Das ist ein schweres Los. Wenigs­tens wird Adriano für sein Leiden gut bezahlt.