Andreas Bos­heck, kennen Sie Theo, the Dragon?
Nein, wer soll das sein?

Das Mas­kott­chen von Leyton Orient, das gerade in die Schlag­zeilen geriet, weil es Gesänge gegen den Klub­ei­gen­tümer ange­stimmt hat.
Oha, das ist mutig.

Aber Ihren Kol­legen Ährwin kennen Sie, oder?
Klar, Ährwin von Schalke. Dass er dem Schieds­richter nach dem Revier­derby die Rote Karte gezeigt hat, fand ich sen­sa­tio­nell. Peter Gagel­mann, der Schieds­rich­ter­ex­perte bei Sky sagte danach, die Ordner hätten ein­greifen müssen. Da muss man sich doch an den Kopf fassen. Das war doch nur ein Spaß.

Worauf wir hin­aus­wollen: Werden Mas­kott­chen immer kon­tro­verser?
Quatsch. Wer macht es denn kon­tro­vers? Der Bou­le­vard. Jede Klei­nig­keit wird mitt­ler­weile zur Schlag­zeile auf­ge­bauscht.

Sie selbst waren auch gerade wieder in den Schlag­zeilen, weil Sie den Schieds­richter ange­schrien haben sollen.
Ein per­fektes Bei­spiel. Die Zei­tung mit den vier großen Buch­staben hat unter der Schlag­zeile Gro­ti­fant atta­ckiert Schieds­richter“ berichtet, für den Artikel aber Bilder aus ver­schie­denen Spielen ver­wendet. Das sagt doch schon alles.

Was ist denn wirk­lich pas­siert?
Im Spiel gegen die SpVgg Vel­bert gab es einen unbe­rech­tigten Platz­ver­weis für uns. Ich habe mir den Ele­fan­ten­kopf von den Schul­tern gerissen und geschrien: Das war keine Rote Karte.“ Aber ich habe nicht den Schiri ange­brüllt, der war in der Situa­tion ganz woan­ders. Abends hat er mich sogar noch ange­rufen und gefragt, was pas­siert wäre. Seine Familie hatte ihn auf einen Vor­fall mit dem Mas­kott­chen ange­spro­chen. Er wusste gar nicht, worum es geht.

Also sind Sie gar nicht das berüch­tigtste Mas­kott­chen Deutsch­lands“, wie der Kölner Express“ Sie anschlie­ßend nannte?
(Lacht.) Doch, wahr­schein­lich schon. Aber die Zei­tungen über­treiben. Gro­ti­fant atta­ckiert Schieds­richter“ klingt, als wäre ich mit der Axt auf ihn los. Ich bin aber doch nur zur Sei­ten­linie gerannt und habe mich auf­ge­regt. Leute, das ist Fuß­ball. Ich gehe seit 40 Jahren zum KFC. Da gehören Emo­tionen dazu.

Immerhin konnten Sie wieder rennen. Erst im Januar hatten Sie sich ja bei einer ähn­li­chen Aktion ver­letzt?
Bei einem Hal­len­tur­nier haben zwei unserer Fans den Flitzer gemacht. Die Secu­rity wollte die Jungs anschlie­ßend raus­schmeißen – und wurde grob. Ich bin dazwi­schen­ge­gangen, damit die Jungs bleiben können. Dum­mer­weise sind ein Ordner und ein Fan dabei mit einem Absperr­gitter umge­kippt und mir auf den Fuß gefallen. Das war nur eine Prel­lung, in der Presse war trotzdem wieder vom Skan­dal­mas­kott­chen“ die Rede. Ein Jour­na­list rief mich sogar an und fragte nach einem Foto von meinem Fuß. Muss man sich mal vor­stellen.