Das WM-Finale von 2010 zwi­schen Spa­nien und Hol­land war wahr­lich kein Ruh­mes­blatt in der Geschichte des Wett­be­werbs. Im Bericht der Deut­schen Presse-Agentur hieß es: Statt hoher Spiel­kunst erlebten die 84.490 erwar­tungs­frohen Zuschauer eine zum Teil üble Tre­terei mit zwölf Gelben Karten – so viele wie in keinem der vor­an­ge­gan­genen 18 End­spiele – und Gelb-Rot für den Nie­der­länder John Hei­tinga.“

Den­noch war es auf eine ganz eigene Art ein ein­zig­ar­tiges und his­to­ri­sches End­spiel. Und zwar wegen der Zahlen. Gemeint sind damit nicht Sta­tis­tiken wie die zwölf Gelben Karten, son­dern rich­tige Zif­fern. Die auf den Tri­kots der Spieler.

Drei Tur­niere ohne Rücken­num­mern

Bei den ersten drei Welt­meis­ter­schaften gab es über­haupt keine Rücken­num­mern, 1950 in Bra­si­lien wurden dann die elf Spieler, die auf­liefen, nach ihren Posi­tionen durch­num­me­riert – von der 2“ für den rechten Ver­tei­diger bis zur 11“ für den Links­außen.

Das änderte sich 1954, denn da führte die FIFA feste Rücken­num­mern ein, die vor dem Beginn des Tur­niers ver­geben wurden. Max Mor­lock erin­nerte sich später: Genau 22 waren wir, als Bun­des­trainer Sepp Her­berger die Tri­kots ver­teilte. Man­cher hat auf­ge­atmet, als nicht er, son­dern ich das Trikot mit der Zahl ›13‹ auf dem Rücken erhielt. Her­berger fragte: ›Macht es Ihnen was aus?‹ Mir machte es wirk­lich nichts aus.“

Die deut­sche Glücks­zahl 

Und so bekam Mor­lock, der beim 1. FC Nürn­berg für das Trikot mit der 8“ berühmt war, eine Rücken­nummer, die für die DFB-Aus­wahl große Bedeu­tung erlangen sollte. Denn nachdem Mor­lock mit der 13“ ein tolles Tur­nier spielte, wurde aus der Unglücks­zahl so etwas wie die deut­sche Glücks­nummer. Gerd Müller trug sie, dann Michael Bal­lack, dann Thomas Müller.

Wie Mor­lock erwähnte, wurden die Tri­kots 1954 vom Bun­des­trainer ver­teilt. Aber es gibt auch andere Methoden, nach denen man vor einem Tur­nier die Rücken­num­mern zuordnet. Die Hol­länder zum Bei­spiel taten das 1974 alpha­be­tisch! Mit­tel­feld­spieler Ruud Geels bekam die 1“, Arie Haan die 2“ und so weiter. Die ein­zige Aus­nahme war – natür­lich – Johan Cruyff, der mit seiner geliebten 14“ spielen durfte.