Seite 2: Eine Reinkarnation Bergkamps

Julian Brandt, 20 Jahre

Julian Brandt, Mother­fu­cker! Der Lever­ku­sener gehört schon jetzt zum Besten, was die deut­sche Offen­sive zu bieten hat. Er besitzt ein­fach die Fähig­keit in jeder Spiel­phase eine Tor­chance zu kre­ieren. Sein erster Kon­takt ist her­aus­ra­gend, wodurch er nach dem Anspiel immer sofort in der Lage ist, seine Aktionen zu starten. In Lever­kusen kam er bisher ver­mehrt auf der linken Außen­bahn oder als zweiter Stürmer zum Ein­satz.

Seine koor­di­na­tiven Fähig­keiten erlauben es ihm im Dribb­ling stets den Kopf oben zu halten und nach Lösungen zu suchen. Engen kann er ebenso bespielen wie weite Räume im Umschalt­spiel. Brandts Tempo erlaubt es ihm Konter schnell zu Ende zu spielen und ebenso im höchsten Tempo das Engend­ribb­ling zu suchen. Brandts Krea­ti­vität gepaart mit seinem Gespür für geg­ne­ri­sches Ver­schie­be­ver­halten machen ihn mit 20 Jahren bereits zu einem sehr kom­pletten Offen­sivall­rounder.

Im Schnitt gewinnt er aller 90 Minuten starke 3,1 Dribb­lings, was ihn zusammen mit seinen 1,9 Key­passes zu einem Game­ch­anger seiner Mann­schaft macht. Brandt kann im Prinzip all das, was ein Welt­klas­se­spieler können muss. Er ist variabel auf beiden Seiten ein­setzbar, wenn­gleich er auf der linken Außen­bahn stärker ein­ge­bunden ist. Der Lever­ku­sener hat hier schlichtweg eine bes­sere Aus­gangs­po­si­tion im linken Halb­raum, von der er meist dia­gonal agieren kann.

Will also heißen, dass seine Kör­per­po­si­tion durch sein starkes rechtes Bein ohnehin schon leicht dia­gonal nach innen gedreht ist, wodurch es den Geg­nern in der Regel schwerer fällt, ihn fest­zu­na­geln. Einen Spieler wie Julian Brandt braucht jede Mann­schaft. Sein Gespür für den offenen Raum, seine Wahr­neh­mung der fünf Grund­fak­toren des Fuß­ball­spiels (Raum, Zeit, Gegen­spieler, Mit­spieler, Ball) sind schon jetzt außer­ge­wöhn­lich.

Er schafft es so oft seine Mit­spieler wun­derbar getimet in Szene zu setzen, sodass sie häufig nur einen Kon­takt brau­chen, um abzu­schließen. Eine Stärke, die vor allem bei Dennis Berg­kamp zu sehen war. Viel­leicht ist Brandt in gewisser Weise eine Reinkar­na­tion Berg­kamps, nur eben als Außen­spieler. Mit­rei­ßend und Spek­ta­kulär, aber vor allem immer eines: ziel­ge­richtet. Der Typ wird irgend­wann mal die Welt regieren.