Seite 2: Götze war so präsent wie schon lange nicht mehr

Nach den Abgängen von Hum­mels, Mkhi­ta­ryan und Gün­dogan tut sich der BVB sicht­lich schwer mit der erzwun­genen Neu­erfin­dung. Dass es die Ver­ant­wort­li­chen in Dort­mund dabei geschafft haben, in dieser Trans­fer­pe­riode fast alle euro­päi­schen Top­ta­lente nach Dort­mund zu holen“ (Jürgen Klopp), hat nicht nur Tuchels Vor­gänger als BVB-Trainer schwer beein­druckt. Dazu die spek­ta­ku­lären Trans­fers von André Schürrle und Mario Götze, die gegen Bilbao erst­mals in der Start­for­ma­tion standen und bei ihren 45-Minuten-Ein­sätzen für die wenigen Licht­blicke sorgten. Vor allem Götze war im linken Mit­tel­feld prä­sent wie schon lange nicht mehr. Womög­lich reißt ihn die Rück­kehr und die Ver­ant­wor­tung beim Neu­aufbau des Borussia-Teams tat­säch­lich aus der Lethargie der Bayern-Jahre.

Auf Thomas Tuchel jeden­falls warten die schwerste Auf­gabe seiner bis­he­rigen Trai­ner­lauf­bahn und viel Arbeit. Er muss aus dieser Ansamm­lung Hoch­be­gabter, zu der auch noch Euro­pa­meister Guer­reiro zählt, ein sta­biles System formen – wobei sich manch Beob­achter schon die Frage stellt, ob dafür der Kader nicht mit ein paar Schön­spie­lern zu viel ange­rei­chert worden ist.

Risiko wird belohnt“

Risiko wird belohnt“, macht sich Tuchel selber Mut. Was das Spiel gegen den FC Bayern angeht, sei man aller­dings gut beraten, die Ansprüche nicht zu groß werden zu lassen“. Es gehe in der Partie am Sonntag vor allem darum, Team­ge­schlos­sen­heit, Ver­tei­di­gungs­hal­tung und Sie­ges­willen zu zeigen. Pri­mär­tu­genden, die die Mann­schaft in den Test­spielen auf der Chi­na­reise gegen Man­chester United (4:1) und Man­chester City (5:6 n.E.) bereits demons­triert habe. 

Klar ist aber auch, dass die Aus­schläge nach unten drin­gend hoch müssen“, betonte Tuchel in St. Gallen. Kapitän Marcel Schmelzer for­derte: Wir sollten uns damit nicht mehr so viel Zeit lassen.“ Ein ordent­li­cher Auf­tritt gegen den FC Bayern Mün­chen würde helfen, Selbst­ver­trauen zu tanken – und dem Supercup aus Dort­munder Sicht doch wieder Sinn geben.