Zwi­schen uns beiden gibt es keinen großen Unter­schied. Pep hatte ein­fach immer die bes­seren Mann­schaften als ich“, sagte Jürgen Klopp unter der Woche gegen­über Uefa​.com und hat — Recht. Denn Guar­diola ist ein guter Trainer, ein sehr guter wahr­schein­lich, ach was, ziem­lich sicher sogar. In ihm den modernen Mes­sias der inter­na­tio­nalen Trai­ner­gilde zu sehen, wie es so viele tun, wäre aller­dings zumin­dest ver­früht.

Dafür passt zu vieles an ihm nicht zusammen. Dafür hat er es ein­fach zu ein­fach gehabt im Laufe seiner Kar­riere. So ein­fach das klingen mag. Gleich zu Beginn der FC Bar­ce­lona. Mit Puyol, Piqué, Xavi, Iniesta und und und. Und über allem: Messi. Der, den selbst die strengsten Athe­isten nur gött­lich nennen können.

Hätte Peter Neururer das auch gekonnt? Natür­lich

Guar­diola hat das Amt natür­lich nicht ein­fach so geschenkt bekommen, er hat es sich erar­beitet. Bei der zweiten Mann­schaft des Klubs, die er in seiner Debüt-Saison als Coach direkt zum Auf­stieg führte. Und doch, diese Mann­schaft! Ein Lot­to­ge­winn. Guar­diolas Erfolg: Er hat ihn nicht ver­pul­vert.

Gedan­ken­spiele sind oft­mals müßig und groß­artig zugleich. Hätte auch Peter Neururer mit diesem Team das Triple geholt? Natür­lich. Ist schließ­lich Peter Neururer. Aber hätte auch irgendein x‑beliebiger, ein Durch­schnitts- und Durch­gangs­trainer aus der Bun­des­liga den­selben Erfolg erzielt? Ver­mut­lich nicht.

Alles Hypo­te­nuse

Hätte Pep Guar­diola mit der Lei­cester-Mann­schaft von 2015/16 die eng­li­sche Meis­ter­schaft geholt? Mit Darm­stadt den Durch­marsch von der dritten in der erste Liga und dort den Klas­sen­er­halt geschafft? Würde Pep Guar­diola mit dem, was Chris­tian Streich in Frei­burg zu Ver­fü­gung hat, ähn­lich fan­tas­tisch arbeiten? Oder auch nur mit Klopps Dort­mund bis ins Cham­pions League-Finale vor­stossen?

Die Ant­wort muss frei nach Bruno Lab­badia lauten: Alles Hypo­te­nuse.

Eine Mann­schaft auf der Höhe ihre Kön­nens

Halten wir uns also an die Fakten. Mit dem FC Bar­ce­lona: dreimal Spa­ni­scher Meister, zweimal Spa­ni­scher Pokal­sieger, zweimal Cham­pions League-Sieger. In vier Jahren. Ziem­lich, ziem­lich gut. Mit dem FC Bayern: dreimal Deut­scher Meister, zweimal DFB-Pokal­sieger. In drei Jahren. Aber auch: dreimal in Folge das Halb­final-Aus in der Cham­pions League. Wie­der­keh­rende Vor­würfe, er hätte sich ver­coacht“, inklu­sive.

Und auch: Eine Mann­schaft, die auf der Höhe ihres Kön­nens ist, da Guar­diola sie vom Triple-Sieger Jupp Heynckes über­nimmt. Eine Mann­schaft, die zudem noch mit Thiago, Guar­diolas Wunsch­spieler, und Mario Götze, damals immerhin der hei­ßeste Scheiß des Landes, ver­stärkt wird. Ein Jahr darauf folgt Robert Lewan­dowski. Auch kein Schlechter.

Und wer behauptet, Guar­diola habe die Domi­nanz der Bayern auf ein neues Niveau gehoben, sei erin­nert: Die 91 Punkte, die Jupp Heynckes in der Saison 2012/13 holte, erreichte Guar­diola nie.