Dante ist aus der Innen­ver­tei­di­gung der Akteur mit den meisten Pässen bei den Rhein­län­dern, bun­des­li­ga­weit hat er die fünf­meisten Pässe gespielt (nur vier Mün­chener liegen in dieser Sta­tistik vor ihm). Von ihm gehen viele Angriffe aus. Ebenso wichtig ist Arango, wel­cher sich aus dem linken Mit­tel­feld oft nach hinten lässt, um aus der Tiefe das Spiel seiner Mann­schaft zu gestalten.

Eine Mann­schaft, die gegen Glad­bach bestehen möchte, muss ins­be­son­dere diese beiden Akteure im Auge behalten. Klopps Defen­sivstra­tegie setzte dem­entspre­chend an dieser Stelle an: Durch ihr aggres­sives Pres­sing stellten die Borussen sicher, dass die Innen­ver­tei­diger nicht lange am Ball bleiben konnten. Zeit­weise wirkte es gar so, als nähme Lewan­dowski den Bra­si­lianer Dante in Mann­de­ckung, dem­entspre­chend wenig Pässe konnte dieser spielen: Mit nur 38 Pässen blieb er weit unter seinem Durch­schnitt. Zudem ach­teten die Gäste darauf, dass die Pass­wege zu Arango geschlossen blieben. Somit zwangen sie die Glad­ba­cher, im Spiel­aufbau den Rechts­ver­tei­diger Jantschke zu suchen. Am Ende des Spiels hatte der U21-Natio­nal­spieler fol­ge­richtig die meisten Ball­kon­takte (zehn mehr als Arango und zwanzig mehr als Dante) und die höchste Anzahl an Pässen aller Spieler auf dem Platz, mit einer Pass­ge­nau­ig­keit von 73% gingen aber viele seiner Bälle zum Gegner. Der hohe Druck, den Groß­kreutz auf ihn aus­übte, schien sich für den BVB bezahlt zu machen.

Die aggres­sive Her­an­ge­hens­weise der Dort­munder sorgte für einen ras­sigen Auf­takt in die Partie. In vielen Situa­tionen gelang es ihnen sehr gut, das Auf­bau­spiel ihrer Gegner mit ihrem Pres­sing zu lenken. In anderen konnten sich Arango und Dante wie­derum kurz­zeitig befreien, was zu einigen Kon­tern und gute Chancen für die Haus­herren führte. Aber auch die Dort­munder spielten offensiv sehr direkt in die Spitze und konnten so einige Mög­lich­keiten her­aus­spielen. Gegen im Zen­trum sehr eng ste­hende Glad­ba­cher schal­teten sich die Außen­ver­tei­diger immer wieder ein. Mit der Breite, die Pisz­czek und Schmelzer durch ihre Vor­stöße erzeugten, konnten sie das enge Defen­siv­kon­strukt ihrer Gegner gut auf­bre­chen. Zudem ver­suchten Gün­dogan und Hum­mels aus der Zen­trale immer wieder, die hoch ste­hende Vie­rer­kette mit Schnitt­stel­len­pässen zu ent­blößen, mit sieben Abseits­stel­lungen funk­tio­nierte die zweit­beste Abseits­falle der Liga (nur Han­nover stellte den Gegner öfter ins Abseits) jedoch nach Maß.

In einem hart umkämpften Match war es keine Über­ra­schung, dass kleine Fehler den Aus­schlag geben sollten: Beim 1:0 der Dort­munder war es ter Stegen, der nach einer Ecke zu lange zögerte und so eine Mit­schuld am Kopf­ball­treffer von Lewan­dowski trug (40.). Nach der Pause machte es zunächst nicht den Anschein, als ob die Gast­geber das Blatt noch wenden könnten, aber als die Borussia sich nach 65 Minuten etwas weiter zurückzog, konnten diese den ent­schei­denden Angriff fahren. Der Spielzug, den Hanke zum 1:1 ein­netzte, könnte aus dem Favre-Lehr­buch stammen: Ver­ti­kal­pass Dante, Ablage Arango, Schnitt­stel­len­pass Boba­dilla, Tor. Ein starker Angriff in Halb­zeit zwei reichte, um das Spiel zu wenden. Diese Kalt­schnäu­zig­keit beweist, dass Mön­chen­glad­bach kei­nes­wegs aus Zufall mit um den Herbst­meis­ter­titel kämpft.