Allegri zu Vergewaltigungsvorwurf gegen Ronaldo

Er soll nur spielen

Vergewaltiger, Lügner, Psychopath - die Anschuldigungen gegen Cristiano Ronaldo wiegen schwer. Juves Trainer stellt sich jetzt vor seinen Superstar.

Die Vorwürfe gegen Ronaldo reißen nicht ab - jetzt verlangt die US-Polizei eine DNA-Probe vom Stürmer.imago

Zumindest sportlich haben die Anschuldigungen und polizeilichen Untersuchungen weiter keine Konsequenzen für Cristiano Ronaldo: »Der Fall Mayorga ist eine private Angelegenheit. Ronaldo ist ruhig. Er wird gegen Bologna im Pokal spielen«, sagte Juventus-Trainer Massimiliano Allegri am Freitag. Damit stellt sich Allegri vor seinen Stürmer, der sich in dieser Woche erneut heftigen Vorwürfen gegenüber war.

Denn abseits des Fußballplatzes hat das Jahr 2019 miserabel angefangen für Cristiano Ronaldo. Am Donnerstag meldete sich die Polizei in Las Vegas bei seinem Anwalt. Wie das »Wall Street Journal« berichtet, fordert die Behörde eine DNA-Probe von Ronaldo. In Las Vegas untersucht die Polizei einen Vorfall von 2009, die Amerikanerin Kathryn Mayorga beschuldigt ihn der Vergewaltigung. Ein Beweisstück in der Untersuchung ist unter anderem ein Kleid Mayorgas, an dem sich Ronaldos DNA befinden soll. Er selbst bestreitet die Vergewaltigung und ließ mitteilen, was zwischen ihm und ihr passierte, sei einvernehmlich gewesen.

Dass Ronaldos DNA mit der auf Mayorgas Kleid übereinstimmt, davon gehen deshalb auch Ronaldos Anwälte aus. Bisher hat die Staatsanwaltschaft in Las Vegas nicht Anklage gegen ihn erhoben, es läuft allerdings eine Zivilklage von Mayorga gegen den Juve-Stürmer. Von der Vergewaltigung berichtete 2018 der »SPIEGEL« im Rahmen der »Football Leaks«-Enthüllungen. Demnach haben sich Mayorga und Ronaldo am 12. Juni 2009 in einem Nachtklub kennengelernt. Ronaldo war damals gerade von Manchester United zu Real Madrid gewechselt, Mayorga arbeitete als Model. Nach der Partynacht soll Ronaldo sie in einem Hotelzimmer zum Sex gezwungen und ihr anschließend Schweigegeld in Höhe von 375.000 Us-Dollar gezahlt haben - so die Vorwürfe.

Ex-Geliebte beschimpft Ronaldo auf Twitter

Am Mittwoch äußerte sich außerdem Ronaldos Ex-Geliebte Jasmine Lennard auf Twitter und beschimpfte ihn »Psychopath, Tyrann und Lügner«. »Er sagte mir, er würde mich entführen und in einem Sack in den Fluss werfen lassen, sollte ich mich mit jemand anderem treffen oder das Haus verlassen«, schrieb das amerikanische Model. Sie habe Material, das Ronaldo schwer belaste: »Niemand hat eine Ahnung, wie er wirklich ist. Wenn die Leute nur eine halbe Idee davon hätten, wären sie entsetzt. Ich lehne mich nicht mehr zurück und sehe zu, wie er auf dreiste, arrogante, völlig unsensible Art und Weise lügt, während er PR-Teams und Anwälte und Ermittler beschäftigt.« Lennard bot Mayorga ihre Hilfe an. Seit Donnerstag ist Lennards Twitter-Account allerdings gelöscht und die Vorwürfe nicht mehr einsehbar - warum, ist unklar.

Bereits im vergangenen Jahr stellte sich Juventus vor Ronaldo: »Die Vorfälle, die angeblich fast zehn Jahre zurückliegen, ändern nicht diese Meinung, die von jedem geteilt wird, der mit diesem großen Champion in Kontakt gekommen ist.« Allein Ronaldos Sponsor Nike äußerte Bedenken, man sei tief besorgt über die beunruhigenden Vorwürfe und werde die Situation weiterhin genau beobachten, sagte der Sportartikelhersteller 2018. Ronaldo hat einen lebenslangen Millionen-Vertrag mit Nike.