Al Araibi: Der Fußballer, der zum Politikum wurde

»Sie werden mich töten«

Einen Beigeschmack hat die Verhaftung und das Auslieferungsgesuch Bahrains, weil Salman bin Ibrahim Al Khalifa zugleich Präsident des asiatischen Fußballverbandes AFC, Vize-Präsident der Fifa und Mitglied der Königsfamilie Bahrains ist. Erst Mitte Januar erklärte sich die AFC zu Al Araibi in einer kurzen Mitteilung. Man stehe in Menschenrechtsfragen an der Seite der Fifa hieß es darin, Al Araibi und seine Situation werden nicht erwähnt. Kurz nach Bahrains Forderung, Al Araibi den bahrainischen Behörden zu übergeben, teilte der Vizepräsident der AFC, Praful Patel, mit, eine »Freilassung müsse unverzüglich erfolgen«. Von seinem AFC-Chef AL Khalifa weiterhin kein Wort.

Das Königreich Bahrain wird vom sunnitischen Scheich Hamad bin Isa Al Khlaifa regiert. Rund 70 Prozent der Einheimischen sind allerdings Schiiten, die besonders im Arabischen Frühling über Benachteiligung auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt protestierten. Auch Al Araibi gehört der sunnitischen Mehrheit an. Er beteiligte sich eigenen Angaben zufolge im Jahr 2011 an Demonstrationen für freie Wahlen und gegen Menschenrechtsverletzungen.

»Sie werden mich töten«

Während der Proteste im März 2011 gab es in Bahrain schwere Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, bei denen mindestens drei Protestanten starben. Nach dem Ende der Proteste gab die Königsfamilie dem Iran die Schuld am »Entfachen« der Gewalt. Menschenrechtsorganisationen bemängeln, dass politische Gegner des Scheichs bis heute verfolgt und mundtot gemacht werden.

Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass Hakeem Al Araibi Angst hatte, nach Bahrain zurückgeschickt zu werden. »Sie werden mich töten. Ich habe die bahrainische Regierung erzürnt«, sagte er dem Magazin »Sport Inside» zufolge kurz nach seiner Verhaftung. Nach seiner Freilassung, kündigte Araibi an, nach Australien zurückkehren zu wollen, wo er am Morgen auf dem Flughafen von Melbourne landete. Er will dort wieder als Verteidiger beim unterklassigen Verein Pascoe Vale FC spielen.