Ich bin ja eher ein Mann des geschrie­benen Wortes, aber am Mitt­woch hatte ich meinen ersten Live-Auf­tritt im Fern­sehen. Sky hatte mich in seine Cham­pions-League-Sen­dung ein­ge­laden, als Experten für inter­na­tio­nalen Fuß­ball. Da will man sich nicht bla­mieren. Da stand ich also, im Anzug, abge­pu­dert und ver­ka­belt, bereit zum Auf­tritt, und die Anspan­nung stieg.

Vor­be­rei­tung?

Neben mir stand der zweite Stu­dio­gast, Ottmar Hitz­feld. Mein erster Live-Auf­tritt“, beich­tete ich ihm. Das Wich­tigste ist, hell­wach zu sein“, sagte er mir und nickte auf­mun­ternd. Der dritte Gast, Felix Magath, mus­terte mich von oben bis unten und fragte: Sind Sie auch vor­be­reitet?“

Das wird sich zeigen“, sagte ich, und wir schritten ins Studio.

Doch in mir wuchsen die Zweifel. Das gespro­chene Wort ist so tückisch. Ent­weder wirkt man wie ein Ahnungs­loser oder wie ein Bes­ser­wisser.

Namen wie Fall­stricke

Am Stu­dio­tisch ließ sich Magath seinen Tee bringen, die Schale mit Wein­gummi schob er zu mir und sagte: Wenn man einmal damit anfängt, kann man nicht mehr auf­hören.“ Diese Dort­munder, wie spricht man die nochmal aus? Aub­ameyang, Mchi­tarjan, Namen wie Fall­stricke. Panisch griff ich in die Schale, das Wein­gummi ver­klebte mit den Wör­tern in meinen Bauch. Magath rührte in seiner Tasse und mus­terte mich. Fühlten seine Spieler die gleiche Angst vorm Ver­sagen bei diesem Blick? All diese Zweifel. Wenn man einmal damit anfängt…

Wieder live auf Sen­dung, noch 30 Sekunden, 10 … Wie schätzen Sie Dort­munds Neue ein?“, fragte der Mode­rator. Völ­lige Leere in meinem Kopf. Miki­ta­rian ist ein Glücks­griff“, kam eine Stimme vom anderen Ende des Tisches: Ottmar Hitz­feld. Ich war gerettet. Lächelte er mir etwa zu? Felix Magath schlürfte seinen Tee.