Seite 2: Flügelzange Kehrer und Hofmann

Der Glad­ba­cher, der über eine gute Spiel­in­tel­li­genz und ein sau­beres Pass­spiel ver­fügt, war schon für die EM ein mög­li­cher Kan­didat für die Posi­tion des Außen­ver­tei­di­gers; aller­dings in einer Drei­er­kette. In einer Vie­rer­kette ist das Ganze noch mal ein anderer Schnack. Am Anfang ist es schon ein Testen“, sagt Hof­mann. Aber man ist schon so ehr­geizig, dass man sich da rein­fuchst.“ Er hat Videos von anderen Rechts­ver­tei­di­gern stu­diert, um sich best­mög­lich auf die unge­wohnte Rolle vor­zu­be­reiten. Das ist der Anspruch an mich selbst.“

Dreimal hin­ter­ein­ander haben Hof­mann und Kehrer bei der Natio­nal­mann­schaft jetzt die Flü­gel­zange gebildet. Es spricht einiges dafür, dass dies auch an diesem Montag gegen Nord­ma­ze­do­nien wieder der Fall sein wird, obwohl es mit David Raum (links) und Lukas Klos­ter­mann (rechts) noch mög­li­chen Ersatz im Kader der Natio­nal­mann­schaft gäbe. Aber Flick ist als Bun­des­trainer bisher nicht durch exzes­sive Wechsel auf­ge­fallen.

Hof­mann hat der Bun­des­trainer nach dem 2:1‑Erfolg gegen Rumä­nien auf Nach­frage sogar aus­drück­lich gelobt. Er hat wieder gezeigt, dass er in der Offen­sive eine hohe Qua­lität hat, aber auch in der Defen­sive gewillt ist, mit­zu­ar­beiten und seinen Mann zu stehen.“ Der Glad­ba­cher hatte in Ham­burg einiges gut gemacht. Einiges aber auch nicht so gut. Wenn die Rumänen nach Ball­ge­winnen schnell umschal­teten, hatte er Pro­bleme hin­ter­her­zu­kommen. Dafür eroberte Hof­mann einige Bälle durch beherztes Ein­greifen umge­hend zurück.

Auch in Glad­bach hinten rechts?

Doch wie für die Natio­nal­mann­schaft als Ganzes bleibt auch für ihn eine Frage bisher unbe­ant­wortet: Reicht die Qua­lität für Gegner geho­bener Qua­lität? Könnte Hof­mann auch gegen Frank­reich in der Vie­rer­kette auf­laufen, wenn er vor­nehm­lich in der Defen­sive gefragt wäre? Der­zeit haben wir Gegner, gegen die ich mit meinem Offen­siv­drang sicher gut auf­ge­hoben bin“, sagt er. Gegen Island, Arme­nien oder Rumä­nien ist nicht die Defen­sive das Pro­blem; die größte Her­aus­for­de­rung ist, den offen­siven Drang ein biss­chen unter Kon­trolle zu halten und nicht wie ein Wilder nach vorne zu stürzen“.

Nach der ansehn­li­chen Pre­miere als Außen­ver­tei­diger gegen Arme­nien ist Adi Hütter, der Trainer von Borussia Mön­chen­glad­bach, gefragt worden, ob es eine Option sei, Hof­mann auch im Verein hinten rechts spielen zu lassen. Hütter hat das kate­go­risch aus­ge­schlossen.

Dieser Text erscheint im Rahmen unserer Koope­ra­tion mit dem Tages­spiegel.