Seite 2: Körperlichkeit und zu viel Nervosität

Arminia kom­bi­niert Kör­per­lich­keit mit Technik

1,85 Meter: So groß war Armi­nias Startelf im Durch­schnitt. Trainer Neu­haus setzt auf robuste Spieler, gerade im Mit­tel­feld kämpft die Arminia mit harten Ban­dagen. Dabei ver­nach­läs­sigt die Arminia aber auch nicht die fuß­bal­le­ri­sche Kom­po­nente: Die Ver­tei­diger sind aus­drück­lich auf­ge­for­dert, das Spiel flach zu eröffnen und viele Pässe zu spielen.

Diese flache Spiel­eröff­nung ist wichtig, zwingt sie den Gegner doch zur Reak­tion. Die Ein­tracht etwa stellte die Zuspiel­wege zu, rückte im Pres­sing weit nach vorne. Bie­le­feld lockte den Gegner in die eigene Hälfte – und über­spielten deren Pres­sing in der Folge mit langen Bällen auf Klos. Der setzte vor dem 0:1 seinen Körper ein und machte einen langen Ball fest. Arminia kann sowohl mit Pass­spiel als auch mit Kör­per­lich­keit punkten.

4. Indi­vi­duell sind die Arminen der Liga kaum gewachsen

Trotz teil­weise guter spie­le­ri­scher Ansätze zeigte sich jedoch auch: Indi­vi­duell dürften die Arminen den meisten Geg­nern unter­legen sein. Wenn die Ein­tracht die Arminia-Ver­tei­diger in Zwei­kämpfe ver­wi­ckelten, gingen fast immer die Frank­furter Spieler als Sieger hervor. Und sobald die Frank­furter ihr schnelles Kom­bi­na­ti­ons­spiel zeigten, kam die Arminia kaum hin­terher.

Diese indi­vi­du­elle Unter­le­gen­heit wird die Arminia kaum abstellen können. Was sich jedoch bes­sern muss, ist ihre Ner­vo­sität. Gerade in der ersten Halb­zeit erar­bei­teten sie sich gegen eine weit auf­ge­rückte Ein­tracht-Mann­schaft gute Kon­ter­si­tua­tionen. Die Ball­ge­winne der eigenen Sechser spielte die Arminia jedoch nicht gut aus. Ein Kon­ter­team, das nicht gut kon­tert – so kann die Arminia kaum in der ersten Liga bestehen.

Freund­schaften dürfte die Arminia wenige schließen

Frank­furts Fans waren nach dem Spiel außer sich. In den Sozialen Medien beklagten sie sich, wie unfair Bie­le­feld agiert habe. Sie monierten damit das Zeit­spiel des Auf­stei­gers: Tor­hüter Stefan Ortega wurde bereits nach 65 Minuten ermahnt, nicht so viel Zeit zu schinden. In der Schluss­vier­tel­stunde erzwangen am Boden lie­gende Arminia-Spieler meh­rere Spiel­pausen, nur um wenige Sekunden später wei­ter­spielen zu können.

Arminia scheint nicht bereit, Punkte zu opfern um sich Freunde zu machen. Das 1:1 ret­tete die Mann­schaft – im wahrsten Sinne des Wortes – über die Zeit. Nai­vität wollen sich die Arminia-Spieler am Ende der Saison nicht vor­werfen lassen. Die Arminia ist kein zweites Pader­born, das mit viel Offen­siv­geist, aber auch einer hohen Por­tion Nai­vität sang- und klanglos aus der Liga abstieg.

Nach elf Jahren Absti­nenz ist die Arminia nicht bereit, die Liga kampflos zu ver­lassen. Das 1:1 gegen Frank­furt beweist: Mit den Bie­le­fel­dern wird im Abstiegs­kampf zu rechnen sein.