Herr Hopp, haben Sie schon mal von FIFA Artikel 21 gehört?

Ja. Es ist ja nicht der erste Wechsel von Antonio. Als er von Stutt­gart zum AS Rom gewech­selt ist, haben wir auch schon par­ti­zi­piert. Des­wegen sind wir mit Artikel 21 schon sehr gut ver­traut. Seine Wechsel im Jugend­be­reich oder Ein­sätze in der Natio­nal­mann­schaft brachten uns schon etwas ein. Das waren aber natür­lich deut­lich klei­nere Summen im Ver­gleich zum Rom-Wechsel oder jetzt zum Chelsea-Transfer.

Artikel 21 spricht Ver­einen, die an der Aus­bil­dung des Spie­lers betei­ligt waren, 0,25 Pro­zent der Trans­fer­summe zu, den Soli­da­ri­täts­bei­trag. Haben Sie Antonio Rüdi­gers Trans­fer­ge­rüchte beson­ders ver­folgt?

Grund­sätz­lich ver­folgen wir natür­lich Anto­nios Kar­riere, weil er bei uns im Verein war. Ich kenne ihn sogar per­sön­lich! Im Jahr davor gab es bereits Gerüchte, dass er wech­seln sollte, aber dann hat er sich ver­letzt. Zwi­schen­zeit­lich hieß es ja, er wech­selt inner­halb Ita­liens.

Gibt es aktuell noch Kon­takt zu ihm oder gibt es Spieler, die mit ihm zusam­men­ge­spielt haben und noch im Verein aktiv sind?

Von den dama­ligen Spie­lern ist keiner mehr im Verein. Ich habe auch per­sön­lich keinen engen Kon­takt mehr zu ihm. Zu der Zeit, in der Antonio bei uns spielte, war ich bei den 1. Herren Kapitän. Um die Ver­bin­dung zwi­schen Jugend- und Her­ren­be­reich her­zu­stellen, fand es der dama­lige Vor­stand gut, dass aktive Spieler Trai­nings­ein­heiten bei den Junioren gestalten. Ich habe zufällig die dama­lige D‑Jugend betreut und habe dort Antonio ken­nen­ge­lernt.  

Ist Ihnen sein Talent damals auf­ge­fallen?

Es ist tat­säch­lich so, dass er auf­ge­fallen ist. Vor allem durch seinen Körper, er war größer als seine Alters­ge­nossen. Und seine Ball­be­hand­lung war unglaub­lich! Der ein­zige Schwach­punkt war, dass er seinen Körper nicht so effi­zient ein­ge­setzt hat, wie er ihn hätte ein­setzen können. Von den 15 bis 20 Kids ist er mir im Kopf geblieben.