Seite 2: „Lassen Sie mich in Ruhe!“

Bauer: Das habe ich doch ver­standen. Das ist doch in Ord­nung, aber da muss ich doch anständig nach­fragen.“

Grindel: Herr Bauer, drei Fragen zu Katar, sonst stehe ich auf!“

Bauer: Darf ich jetzt die 25 Mil­li­arden noch ein­bringen?“

Grindel: Nein!“

Bauer: Das habe ich doch inhalt­lich bisher noch nicht gefragt.“

Grindel: Herr Bauer, komm, wir lassen es.“

Mit diesen Worten erhebt sich der DFB-Prä­si­dent, ent­fernt das Mikro von seinem Revers und geht ab. 

Bauer: Herr Grindel! Könnte ich jetzt zu Katar noch zu Ende fragen?“

Grindel (aus dem Off): Nein, ich bin dann weg!“

Bauer: Herr Grindel! Wir haben zu Katar noch gar nicht gespro­chen. Ent­schul­digen Sie! Herr Grindel!“

Grindel: Lassen Sie mich in Ruhe!“

Bauer: Herr Grindel!“

Dan­kens­werter Weise hat die Deut­sche Welle das Inter­view im Nach­gang online gestellt, und es ist wenig über­ra­schend, dass das Film­chen umge­hend viral ging. Noch Tage später sah man 11FREUNDE-Mit­ar­beiter auf dem Redak­ti­ons­flur haltlos in sich hinein kichern: Aber Herr Grindel! Herr Grindel!“

Obwohl die Rollen in diesem Doku­ment des Schre­ckens auf der ersten Blick gar nicht so ein­deutig ver­teilt sind – hier der völlig über­rum­pelte Jour­na­list, dort der zumin­dest ober­fläch­lich betrachtet Dynamik aus­strah­lende Tapsbär Grindel –, so war schnell klar, dass der DFB-Prä­si­dent aus dieser Nummer schlechter her­aus­kommen würde. War doch der in Form und Inhalt hane­bü­chene Auf­tritt Wasser auf die Mühlen seiner (auch ver­bands­in­ternen) Kri­tiker, dass mit diesem pol­t­rigen, wenn nicht hoch­not­pein­li­chen Prä­si­denten beim besten Willen kein Staat zu machen ist.

Und so kann man sich gut vor­stellen, wie noch am selben Tag ein paar ein­fluss­reiche Leute in der DFB-Zen­trale zusam­men­kamen: So kann es nicht wei­ter­gehen, Freunde. Was sollen wir tun?“