Die »Osteria Mimmo« auf dem Corso Gari­baldi ist eine typisch ita­lie­ni­sche Kneipe: weiße Tisch­tü­cher, helle Räume und eine Mama, die das Finan­zi­elle regelt, wäh­rend sich der Rest der Familie um den Ser­vice küm­mert. An diesem Nach­mittag ist die Pro­mi­dichte unge­wöhn­lich hoch. Eros Rama­zotti sitzt an einem Tisch, Mar­cello Lippi an einem anderen, und ganz hinten im Restau­rant essen Ziné­dine und Vero­nique Zidane zu Mittag. Sie sind in der Stadt, um Ziné­dines frü­heren Mit­spieler bei Real Madrid, Luís Figo, zu besu­chen. »Eh, Mon­sieur! Ça va?«, ruft Zidane, als er Ibrahim Ba ent­deckt. Ibrahim geht zum Tisch und begrüßt das Paar. Sie kennen sich gut aus der fran­zö­si­schen Natio­nalelf und der ita­lie­ni­schen Liga. »Spielst du zur Zeit?«, fragt Zidane. »Nein, ich habe Pro­bleme mit dem Knö­chel«, erwi­dert Ibrahim. »Immer noch?« »Ja, ich wurde letzten Sommer ope­riert.« Zidane nickt und fragt, ob sie sich später treffen sollen. »Auf jeden Fall. Das können wir vor dem Spiel machen. Ruf mich an«, sagt Ibrahim.



Gat­tuso wurde zum 30. Geburtstag in den Wahn­sinn getrieben

Es ist seine Stamm­kneipe. Er ist so oft hier, dass er manchmal am Tresen ein­springt und Espresso macht. An den Wän­dern hängen signierte Fotos von Spie­lern – ein sicheres Zei­chen dafür, dass Ibrahim nicht der ein­zige Fuß­baller ist, der regel­mäßig zu Besuch kommt. Ich frage, ob sich die Mai­länder Spieler auch außer­halb des Platzes oft treffen. »Ja, wir ver­bringen unglaub­lich viel Zeit mit­ein­ander. Die Über­nach­tungen in Mila­nello, die ganzen Reisen. Enge Freund­schaften werden geschlossen, und die Atmo­sphäre im Verein ist sehr gut.« Er berichtet vom Trai­nings­lager in Dubai im ver­gan­genen Winter. Es war kurz vor Gen­naro Gat­tusos 30. Geburtstag, und die Mit­spieler hatten sich dazu ent­schlossen, den Mit­tel­feld­mann tüchtig zu feiern. Schon zwei Wochen vor dem Geburtstag begann Kacha Kaladse bei jeder Trai­nings­ein­heit das Wort an Coach Ance­lotti zu richten: »Mister, ich will nur anmerken, dass es noch zwei Wochen bis zu Gat­tusos großem Geburtstag sind«, worauf alle Spieler applau­dierten und gra­tu­lierten. Am Tag darauf pas­sierte das­selbe, und so ging es weiter, tagaus, tagein. Wenn Kaladse den Count­down vergaß, sagte Ance­lotti: »Kala, woll­test du nicht noch etwas mit­teilen?« Der ein­zige Tag, an dem das Thema nicht auf­ge­griffen wurde, war Gat­tusos Geburtstag selbst. »Aber dann machten wir hin­terher weiter. ›Mister, heute ist es zwei Tage her, dass der große Gat­tuso Geburtstag hatte.‹ Gat­tuso wurde wahn­sinnig und fragte, was wir mit ihm anstellen würden. So etwas ist typisch für diesen Klub, man lacht viel zusammen. So war es nicht in allen Teams, in denen ich gespielt habe.«

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Es gibt ver­schie­dene Theo­rien dar­über, warum Ibrahim Ba, der von 1997 bis 2003 schon einmal bei Milan unter Ver­trag stand, nach wenig über­zeu­genden Gast­spielen in der Türkei, Eng­land und Schweden im Alter von 33 Jahren noch einmal zurück­ge­holt wurde. Der Jour­na­list Alberto Costa glaubt, dass der Verein Ibrahim als Glücks­bringer sieht. Als der Fran­zose nach Mila­nello zurück­kehrte, begann der AC Mai­land wieder zu gewinnen. »Es klingt unglaub­lich«, sagt Costa, »vor allem, weil es hier um einen großen Verein geht, der beim Trai­ning und der medi­zi­ni­schen Betreuung absolut wis­sen­schaft­lich arbeitet.« Thomas Nordahl meint, es wäre typisch Milan, frü­heren Spie­lern zu helfen, beson­ders denen, die gute Freunde der grauen Emi­nenzen im Klub sind. In Ibrahim Bas Fall war das Paolo Mal­dini.
Aber natür­lich gibt es auch andere Gründe für Ibra­hims Come­back in Mila­nello. Nach einiger Zeit mit ihm merkt man, dass er frei von Star­al­lüren, sozial kom­pe­tent und ein ange­nehmer Gesprächs­partner ist. Man bekommt gute Laune in seiner Gesell­schaft. In einer Umge­bung, in der Leis­tungs­druck und Ver­sa­gens­angst regieren, ist das eine nütz­liche Eigen­schaft. Ba selbst sieht das durchaus ähn­lich: »Als ich im Herbst 2006 zurückkam, hatte ich keinen Ver­trag und ver­diente kein Geld, doch ich habe alles dafür getan, die Mann­schaft zusam­men­zu­schweißen. Ich glaube, Ance­lotti weiß, dass ich das nicht tat, weil ich mir einen Vor­teil davon ver­sprach, son­dern weil ich so bin.«

Fast alle Jugend­mann­schaften werden von alten Kämpen trai­niert

Eine Stunde später haben wir die »Osteria Mimmo« und Ziné­dine Zidane hinter uns gelassen. Ibrahim Ba ist 20 Minuten süd­wärts nach Vis­mara gefahren, wo sich das Nach­wuchs­zen­trum des AC Mai­land befindet. Ibrahim deutet auf ein paar Knirpse, die einen vier Meter hohen Hügel rauf und runter laufen: »In dieser Mann­schaft spielt Chris­tian.« Chris­tian, das ist Chris­tian Mal­dini, zehn Jahre alt. Als sein Vater Paolo kurz vor Weih­nachten bekanntgab, dass er seine letzte Saison spielen würde (was er mitt­ler­weile revi­diert hat), teilte der Verein mit, dass er die Rücken­nummer drei bis zu dem Tag frei­halten würde, an dem Chris­tian in die erste Mann­schaft käme. Wenn es Chris­tian schafft, wäre er die dritte Genera­tion der Mal­dinis beim AC Mai­land – Groß­vater Cesare hat zusammen mit Gunnar Nordahl in den 50ern gespielt. Und auch wenn Vater Paolo ver­sucht, in der Öffent­lich­keit den Druck von seinem Sohn fern­zu­halten, kann er in Inter­views seine Hoff­nungen nur schwer ver­bergen: »Es war ein groß­ar­tiges Gefühl, als er den ersten Ver­trag mit Milan unter­zeich­nete«, sagte er kürz­lich. »In der Schule sagen die Lehrer zu ihm, er solle nicht nur an den Fuß­ball denken. Ich sage ihm oft, er solle nicht nur an die Schule denken.«

Ibrahim erzählt, dass Franco Baresi die U19 trai­niert, Albe­rigo Evani die U17 und Filippo Galli die Pri­ma­vera-Mann­schaft (U20), in der unter anderem Davide Ance­lotti spielt, Carlos Sohn. Außerdem ist Paolos Vater Cesare Mal­dini Milans Chef­scout. Wir errei­chen das Feld, auf dem die Jungs des Jahr­gangs 1994 trai­nieren. Einer von ihnen heißt Fabien Ba. »Gio­vanni Stroppa ist übri­gens auch ein frü­herer Spieler«, sagt Ibrahim und deutet auf den Trainer, der seinen kleinen Bruder beim Tor­schuss­trai­ning drillt. Fabien ist eine schlak­si­gere, etwas dün­nere Aus­gabe von Ibrahim. Vor zwei Jahren wollten ihn sowohl Ata­lanta Ber­gamo als auch Inter haben, doch Fabien hat sich für den AC ent­schieden, seines Bru­ders wegen. In der ersten Saison hat er 30 Tore erzielt, im letzten Jahr 17. Wie Chris­tian Mal­dini ist er gewis­ser­maßen Pro­fi­fuß­baller in der dritten Genera­tion. Der Vater Ibrahim Ba Eusebio war Kapitän der sene­ga­le­si­schen Natio­nalelf in den 70ern und zog mit der Familie nach Frank­reich, wo er bei den Zweit­li­ga­klubs Le Havre und Abbe­ville spielte.

Ich frage Ibrahim, ob er je dar­über nach­ge­dacht hat, Trainer zu werden. Er sagt, er habe mal einen Kurs belegt und durchaus Inter­esse, im Nach­wuchs­be­reich zu arbeiten. Seine aktive Lauf­bahn wird er nach dieser Spiel­zeit beenden: »Mein Fuß­ge­lenk bereitet mir immer noch Schmerzen. Es ist Zeit, etwas anderes zu tun. Ent­weder bleibe ich beim Verein und arbeite als Scout, oder mir hilft ein hol­län­di­scher Freund, der Spie­ler­be­rater ist. Diese Saison war ein Bonus für mich. Es war eine schöne Art, Abschied zu nehmen.« Es sind noch drei Stunden bis zum Anpfiff des Ach­tel­fi­nales am Abend. Ibrahim Ba tritt unruhig von einem Fuß auf den anderen. Er ist gestresst, muss in die Stadt, Zidane treffen und dann um halb acht vor Ort sein, wenn sich die Truppe in San Siro ver­sam­melt. So läuft es immer: Auch die­je­nigen, die nicht im Kader sind, sollen dabei sein.

Die eng­li­schen Reporter fürchten: »It’s a Pippo Inz­aghi game«

Im Medi­en­raum des Gui­seppe-Meazza-Sta­dions laufen auf dem Fern­seher Spiel-
szenen von Adriano Gal­lianos spek­ta­ku­lären Ein­käufen, im Hin­ter­grund erklingt Limahls Hit aus den 80ern, »Never Ending Story«. Das Pro­gramm­heft ver­spricht einen wei­teren Abend mit »Spit­zen­fuß­ball auf San Siros magi­scher Bühne«. Es ist Milans letzte Chance auf einen Titel in dieser Saison, in der natio­nalen Meis­ter­schaft ist die Kon­kur­renz längst ent­eilt. Auf den Rängen haben 80 000 Zuschauer Platz genommen. Am Tag zuvor war es noch
20 Grad warm, doch nun ertrinkt Mai­land im Regen, und das Ther­mo­meter zeigt gerade mal ein paar Grad plus an. Als sich die beiden Mann­schaften auf­stellen, sieht man deut­lich die Ähn­lich­keit der For­ma­tionen. Wäh­rend bei Milan Andrea Pirlo die Tiefe des Raumes über­brü­cken soll, über­nimmt Cesc Fàb­regas bei Arsenal die gleiche Auf­gabe. Da, wo Gen­naro Gat­tuso für die Ita­liener den Ball erobern soll, wird es Mathieu Fla­mini für die Eng­länder richten. Die Unter­schiede werden vorne deut­lich: Wäh­rend Arsenal mit Ade­bayor über einen modernen Stoß­stürmer ver­fügt, baut Milan mit Kaká auf einen klas­si­schen Mit­tel­feld­re­gis­seur, der die beiden Spitzen Inz­aghi und Pato füt­tern soll.

In den ersten zehn Minuten holt Mai­land drei Ecken heraus, wobei Fàb­regas einmal einen Kopf­ball von Mal­dini auf der Tor­linie klären muss. Arsenal wirkt beein­druckt, und sowohl Filippo Inz­aghi als auch der junge Pato kommen zu guten Chancen, doch beide Male rettet Keeper Manuel Almunia. Auf der Pres­se­tri­büne ist der ehe­ma­lige Milan-Spieler Marcel Desailly in heller Auf­re­gung. Der Fran­zose kom­men­tiert als Experte für Canal Plus und durch­lebt jede Situa­tion, als ob er noch selbst auf dem Spiel­feld stünde. Trotz guter Mög­lich­keiten auf beiden Seiten steht es zur Pause 0 : 0, und die eng­li­schen Jour­na­listen brum­meln etwas von einem »Pippo Inz­aghi game«, womit sie ihrer Befürch­tung Aus­druck ver­leihen, der abge­zockte Stürmer würde irgend­einen Abstauber über die Linie drü­cken und damit Milan in die nächste Runde bringen.

Doch die zweite Halb­zeit gehört Arsenal. Milan hat im Angriff keine Durch­schlags­kraft mehr, Pato läuft dau­ernd ins Abseits, und Inz­aghi kommt nicht einmal zum Abschluss. Sechs Minuten vor Schluss erhält Fàb­regas auf Höhe der Mit­tel­linie den Ball. Gat­tuso atta­ckiert ihn, wird aber durch eine Kör­per­täu­schung ver­laden. 30 Meter vor dem Tor setzt Fàb­regas zum Schuss an, ein fla­cher Ball, der in Željko Kalacs rechte Ecke geht. Es steht 1 : 0 für Arsenal. Der AC Mai­land braucht jetzt zwei Tore, um wei­ter­zu­kommen. Was folgt, ist ein letztes frucht­loses Auf­bäumen. Ich beob­achte Paolo Mal­dini, der zum x‑ten Mal in Arse­nals Straf­raum steht. Er stützt die Hände in die Hüften und schaut in den pech­schwarzen Himmel. In seiner Kar­riere hat er acht End­spiele in der Cham­pions League absol­viert – in diesem Jahr wird es kein neuntes geben. Am nächsten Tag wird der knapp 40-Jäh­rige in der »Gazetta dello Sport« die beste Note aller Mai­länder Spieler bekommen. Die Schlag­zeile der Zei­tung wird lauten: »Milan The End«.

Im Restau­rant »L’Amour« auf der Via Sol­fe­rino sitzt Ibrahim Ba mit gesenktem Kopf und schau­felt lieblos ein Spi­na­tri­sotto her­unter. Die Begeg­nung endete 0:2, die Freunde ver­su­chen die Stim­mung zu heben, doch der Fran­zose ist depri­miert. Er hasst Nie­der­lagen. An einem anderen Tisch sitzen Paolo Mal­dini und seine Frau Adriana und essen still. Seit dem Match sind knapp andert­halb Stunden ver­gangen. »Viel­leicht hat der Sieg von Athen im letzten Jahr dazu geführt, dass der Verein zu passiv gewesen ist«, sagt Ibrahim. »Man dachte viel­leicht, es funk­tio­niert doch, warum neue Spieler holen. Heute abend haben wir die Quit­tung dafür bekommen.« Er findet, dass sie einen großen Stürmer bräuchten; einen, der den Ball in der Spitze hält. Ade­bayor hat an diesem Abend den ent­schei­denden Unter­schied ausgemacht.Viele Namen sind im Ver­lauf der Saison genannt worden, u. a. die von Didier Drogba und Andrej Schewt­schenko von Chelsea. Viel spricht für den Ukrainer. Als Milan im Emi­rates Sta­dium auf Arsenal traf, ver­ließ »Schewa« die Arena im Mai­länder Bus. Außerdem ist Silvio Ber­lus­coni Pate von Jordan, Schewt­schenkos Sohn. Ich frage, ob es nicht an der Zeit sei, sich von einer sol­chen Ein­kaufs­po­litik zu ver­ab­schieden. Der Verein ten­diert manchmal dazu, zu sen­ti­mental zu sein – so wie als Harvey Esajas kam, nur weil er Cla­rence See­dorf kannte. Ibrahim pro­tes­tiert: »Aber das ist eine tolle Geschichte. Es gibt so viel Schreck­li­ches auf dieser Welt, es muss auch andere Geschichten geben. Man­cher nennt es viel­leicht sen­ti­mental. Man könnte aber auch sagen, dass es ein Weg ist, Men­schen Respekt zu zollen.«

Er berichtet, wie es war, als er 1997 erst­mals dazu­stieß. Grüpp­chen­bil­dung, Indis­kre­tionen in den Medien und ein Klub, der mit Rück­schlägen nicht umgehen konnte: »Der Erfolg war zur Gewohn­heit geworden, so dass man es als Kata­strophe betrach­tete, nicht jede Saison min­des­tens einen Titel zu holen.« Ba meint, dass man den AC Mai­land vor diesem Hin­ter­grund betrachten sollte. Im Verein herrscht keine Panik. Viel­leicht ist der Preis dafür eine über­al­terte Mann­schaft, eine zöger­liche Per­so­nal­po­litik und der eine oder andere nost­al­gi­sche Ein­kauf.

Bei Milan setzt man auf Kon­ti­nuität. Wenn die Ver­träge von Vete­ranen wie Cafu und See­dorf ver­län­gert werden, ist das zum einen ein sym­bo­li­scher Akt – beim AC soll man sich sicher fühlen und wissen, dass der Verein hinter einem steht. Zum anderen kal­ku­liert man, dass die erfah­renen Spieler dem Druck stand­halten, den es bedeutet, beim AC Mai­land zu spielen. Als Kaká von einem Jour­na­listen gefragt wurde, ob er sein Leben lang beim AC bleiben würde, ant­wor­tete er, dass er das nicht mit Gewiss­heit sagen könne. Danach hat Milan seinen kleinen Bruder geholt, und Kaká hat seinen Ver­trag bis 2013 ver­län­gert. Er sagt, dass er Mila­nello nie ver­lassen wird.

»Spieler können ihre Leis­tung besser abrufen, wenn sie glück­lich sind«, sagt Ibrahim Ba und ver­weist auf die Resul­tate der letzten Jahre. Inner­halb von vier Jahren stand die Mann­schaft dreimal im Finale der Cham­pions League, holte zwei euro­päi­sche Super­cups, eine Ver­eins­welt­meis­ter­schaft, eine ita­lie­ni­sche Meis­ter­schaft und einmal den ita­lie­ni­schen Supercup. Zugleich weiß Ibrahim nur zu gut, dass andere Ver­eine andere Stra­te­gien ver­folgen als der AC Mai­land. Er hält es für wenig wahr­schein­lich, dass er bei Dju­r­gården Stock­holm oder den Bolton Wan­de­rers noch einmal will­kommen wäre. Als er sich 2006 erkun­digte, ob er bei Bolton trai­nieren dürfe, um sich fit zu halten, lehnte der Klub dieses Ansinnen ab. »Moderner Fuß­ball ist zynisch. Die Spieler nutzen die Ver­eine aus, die Ver­eine nutzen die Spieler aus. Und wenn eine Partei unzu­frieden ist, ver­ab­schiedet man sich für immer. Ich ver­stehe das nicht. Es sind doch meine Mann­schafts­ka­me­raden, ich ver­bringe Jahre mit ihnen. Soll man eines Tages ein­fach gehen und sich nie wieder sehen?«

Wir stehen auf und ver­lassen das Restau­rant. Es ist ein Uhr nachts. Auf dem Weg nach draußen umarmt Ibrahim Paolo und Adriana Mal­dini, die gerade ihren Espresso trinken. »Wir sehen uns morgen«, sagt der linke Ver­tei­diger. Ibrahim nickt, klopft dem Kol­legen auf die Schulter und ver­lässt das Restau­rant mit einem breiten Lächeln.