1.
Mehr als 26 000 deut­sche Fans machten sich auf den Weg zu den Final­spielen 1972 in Bel­gien. Dabei ließen sich die Anhänger auch das Spiel um Platz drei zwi­schen Bel­gien und Ungarn nicht ent­gehen. Vollen Ein­satz zeigte ein Mann, der mit einer großen schwarz-rot-gol­denen Fahne über den Rasen sprin­tete und die betagten Ord­nungs­hüter wie wei­land Stan Libuda ins Leere laufen ließ. Dafür kas­sierte er hef­tige Knüp­pel­hiebe, was die deut­schen Fans umge­hend mit Büch­sen­würfen quit­tierten. Bel­giens Tor­wart Chris­tian Piot kon­sta­tierte genervt: Jetzt ist man nicht mal zu Hause vor den Deut­schen sicher.“

2.
Grund zur Freude hatte Gerd Müller , der am Tag vor dem Finale 1972 ein team­in­ternes Tisch­ten­nis­tur­nier für sich ent­schied. In hart umkämpften drei Sätzen schlug er Erwin Kre­mers und gewann damit eine Ein­tritts­karte für das End­spiel der Welt­meis­ter­schaft 1974. In der Rück­schau ein nicht uner­heb­li­ches Detail: Wer hätte sonst das 2:1 gegen die Hol­länder geschossen?

3.
Namens­vetter Dieter Müller machte bei der EM 76 auf sich auf­merksam. Schnell ver­kün­deten Zei­tungen, Müller habe eine Vor­liebe für hüb­sche Mäd­chen und super­schnelle Autos “. Müller war daran nicht ganz unschuldig, hatte er doch voll­mundig ver­kündet: Ich habe schon einen 60 000-Mark-Wagen schrott­reif gefahren.“

4.
Fies, wie die deut­sche Natio­nal­mann­schaft nach ihrem gru­se­ligen Auf­tritt bei der Euro 1984 von der inter­na­tio­nalen Presse durch den Wolf gedreht wurde. Die L‘ Équipe“ kom­men­tierte süf­fi­sant die Flucht von Karl-Heinz Rum­me­nigge vor Repor­tern: Das war sein bestes Dribb­ling im ganzen Tur­nier. Er nutzte die ganze Breite des Flurs.“ Selbst der Kicker“ war voller Hohn, als Nor­bert Meier zum Spiel­ma­cher wurde: Im tiefsten Dunkel wird eben jede Taschen­lampe zur Fest­be­leuch­tung.“

5.
Frust­be­wäl­ti­gung bei Toni Schu­ma­cher nach dem Aus: Er riss das Fenster auf, lehnte sich auf das Brett und ließ die Frau aus den Boxen dröhnen, die in jener Zeit so vielen jungen Män­nern Trost spen­dete: Nena.

6.
Fear and Loat­hing in Stutt­gart“ bei der EM 1988. Der Anführer der eng­li­schen Hools , Paul Sca­rett, hielt die deut­sche Polizei vier Tage lang in Atem. Mit drei Kol­legen quar­tierte sich Sca­rett, der per inter­na­tio­nalem Haft­be­fehl gesucht wurde, in einem Hotel in Stutt­gart ein. Er zahlte mit einer Kre­dit­karte, die er von einem Woh­nungs- ein­bruch in Eng­land mit­ge­bracht hatte. Schon am zweiten Tag wurde er auf­fällig, weil er einen Kip­pen­au­to­maten auf­brach. End­lich gefasst und vor Gericht gezerrt, bewies Sca­rett Chuzpe, als er einen gefälschten Pass vor­legte – und damit auch noch durchkam.

7.
So unor­thodox wie die Vor­be­rei­tung des Euro­pa­meis­ters 1992 Däne­mark war auch die Feier nach dem Tri­umph. Beim Em- pfang am Kopen­ha­gener Rat­haus ließ sich Kölns Henrik Andersen auf einer Liege mitten in die Fan­massen schieben. In der Hand hielt der am Knie ver­letzte Andersen den EM-Pokal.

8.
Ver­dutzt reagierten die schot­ti­sche Fans, als die Eng­länder ihnen bei der EM 96 ver­boten, Dudel­säcke mit ins Sta­dion zu nehmen. Der Grund: Diese könnten als Waffen benutzt werden. Noch ver­dutzter mussten die Schotten mit ansehen, wie Schweizer Anhänger rie­sige Kuh­glo­cken ohne Bean­stan­dung durch die Kon­trollen brachten.

9.
Tsche­chiens Vla­dimir Smicer hatte wie die meisten seiner Mit­spieler bei der Euro­pa­meis­ter­schaft 1996 nicht mit einem Final­einzug seines Teams gerechnet und musste seine Hoch­zeit ver­schieben. Über seine Frau sagte Smicer: Sie wird schon warten.“

10.
Im Finale ver­loren die Tsche­chen zwar, doch Aus­rüster Puma schal­tete den­noch ganz­sei­tige Anzeigen mit deren Mann­schafts­bild in deut­schen Zei­tungen. Titel: Deutsch­land, ihr seid die Kings . Aber wir haben die besten Schuhe.“ Herz­li­chen Glück­wunsch dazu!