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3. Liga: Anetts Ansicht

Fehlentscheidungen in Uerdingen

Stefan Krämer ist nicht länger Trainer des KFC – trotz 2,28 Punkten pro Spiel im Schnitt und Tabellenplatz 4 mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Aufstiegsplatz. Präsident und Investor Mikhail Ponomarev will Erfolg um jeden Preis, macht dabei aber entscheidende Fehler.

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Das Schicksal der vorzeitigen Entlassung trotz aussichtsreicher Position im Kampf um den Aufstieg teilt Stefan Krämer mit seinem Vorgänger Michael Wiesinger. Damals gab Ponomarev der Erfolg Recht, Krämer startete eine Siegesserie und stieg souverän auf. Eben diese Souveränität hat dem Investor nun gefehlt. Bei der Suche nach einem neuen Trainer verfolgt er offenbar dieselbe Strategie wie bei der Spielersuche: Große Namen soll es richten.

Effenberg oder Magath als Heilsbringer?

Zu den beiden Kandidaten, die aktuell gehandelt werden, habe ich eine klare Meinung: Felix Magaths Führungsstil ist in meinen Augen überholt und funktioniert im heutigen Fußball nicht mehr. Und Stefan Effenberg müsste schon ein sehr überzeugendes Konzept vorlegen, um seinen erfolglosen Erstversuch als Trainer in Paderborn vor drei Jahren vergessen zu machen. Hinzu kommt, dass beide wohl kaum akzeptieren würden, dass Ponomarev nicht nur das Geld zur Verfügung stellt, sondern bei Spielertransfers gerne mal eigene Entscheidungen trifft, ohne den Trainer mit einzubeziehen.

Rahmenbedingungen nicht aufstiegsreif

Der individuell stark besetzte Kader ist längst keine Garantie für den Erfolg. Denn ein kurzer Blick hinter die Kulissen zeigt, dass es an allem anderen fehlt – nicht nur am eigenen Stadion. Die Geschäftsstelle des KFC hat die kleinste Mannschaft der gesamten Liga. Ein Nachwuchsleistungszentrum ist ebenso wenig vorhanden wie ein eigenes Trainingsgelände. Das wurde Krämer und seiner Mannschaft spätestens vor dem Würzburg-Spiel zum Verhängnis. Das Abschlusstraining am Samstag musste aufgrund der Schneefälle abgesagt werden, die Stadt konnte keinen geeigneten Platz zur Verfügung stellen. Professionelle Vorbereitung – nahezu unmöglich.

Andere Vereine stecken die Hälfte ihres Budgets in die Infrastruktur und nur 30 - 40 % in die Mannschaft. In Uerdingen sieht die Lage komplett anders aus. Das Investitionsverhältnis stimmt nicht, der Fokus liegt zu sehr auf dem teuren Spielerkader. In meinen Augen ist das zu kurz gedacht. Nachhaltigkeit ist die Basis für langfristigen Erfolg, das haben ähnliche Modelle wie Hoffenheim oder Leipzig gezeigt.