Seite 2: Diese Ähnlichkeit mit Kirk Douglas

Eastham hin­gegen wurde in den Fuß­ball gera­dezu hin­ein­ge­boren. Sein Onkel spielte 23 Jahre lang als Profi in den ersten drei Ligen, sein Vater bestritt sogar ein Län­der­spiel und war später als Trainer tätig, unter anderem bei dem kleinen nord­iri­schen Klub, in dem Eastham in den Fünf­zi­gern mit dem Fuß­ball begann. Für Eastham war Fuß­ball kein Traum, son­dern ein­fach ein Job, der gewisse Vor­teile bot. Erst wurde ich auf einer kalten Bau­stelle in Irland zum Tischler aus­ge­bildet“, sagte er vor einigen Jahren der BBC. Dann habe ich in Bel­fast Maschi­nen­schlosser gelernt. Ich stand um sechs Uhr mor­gens auf, kam um sechs Uhr abends zurück und ging dann zum Trai­ning. Des­halb war ich sehr erfreut, als ich 1956 das Angebot bekam, als Profi nach New­castle zu gehen.“ Auch darum war Eastham der rich­tige Mann zur rich­tigen Zeit, bloß am fal­schen Ort.

Der Ort war New­castle. Eastham genoss seine ersten Jahre dort, aber dann gab es ein Pro­blem. Ich bat den Verein, mir einen Nebenjob zu suchen“, sagt er heute. Da wir nach­mit­tags nicht trai­nierten, hätte ich in dieser Zeit arbeiten können, um mir etwas dazu­zu­ver­dienen. Damals waren 20 Pfund nicht viel.“ Diese Summe – 20 bri­ti­sche Pfund pro Woche – war die Ober­grenze dessen, was ein eng­li­scher Profi im Jahre 1960 ver­dienen durfte. Damit kamen die Top-Stars auf ein Gehalt, das deut­lich, aber nicht dra­ma­tisch über dem eng­li­schen Durch­schnitts­ein­kommen lag, das zu jener Zeit 14 Pfund pro Woche betrug (wäh­rend der spiel­freien Som­mer­mo­nate bekamen die Fuß­baller aller­dings nicht den vollen Lohn). Die Decke­lung der Gehälter war um die Jahr­hun­dert­wende ein­ge­führt worden, um zu ver­hin­dern, dass die rei­chen Klubs den ärmeren alle guten Spieler abluchsten. Diesem Zweck diente auch eine noch ältere Regel, deren Aus­wir­kung größer war als die Beschrän­kung der Gehälter: das berüch­tigte Retain and Transfer“-System.

Berufs­aus­übung in den Händen der Klubs


Der erste Teil dieses Aus­drucks – retain“, also: ein­be­halten – erklärt im Grunde schon, worum es geht. Schloss sich ein Spieler zum ersten Mal einem Pro­fi­verein an, so ging damit zugleich die Spiel­erlaubnis des betref­fenden Fuß­bal­lers in den Besitz dieses Ver­eins über. Lief der Ver­trag aus und einigten sich Verein und Spieler nicht auf eine Ver­län­ge­rung, dann konnte zwar der Verein dem Spieler seine Spiel­erlaubnis zurück­geben … er durfte sie aber auch ein­fach ein­be­halten. Mit anderen Worten: Ein Klub konnte es einem Spieler unmög­lich machen, weiter seinem Beruf nach­zu­gehen, selbst wenn es ein Angebot von einem neuen Verein gab. Als den Klubs klar wurde, welche Macht ihnen diese Praxis ver­lieh, begannen sie, Geld zu ver­langen, um die Spiel­erlaubnis eines Profis her­aus­zu­rü­cken – die soge­nannte Transfer“-Summe.