Seite 2: Dieser ganz besondere Teamgeist

Nicht aus Gründen der Häme. Son­dern weil Island der Fuß­ball-Welt gerade vor Augen führt, dass es eben nicht mil­lio­nen­schwere Trans­fers, auf­wen­dige PR-Kam­pa­gnen oder glit­zernde Stars braucht, um bei einem Fuß­ball-Tur­nier Erfolg zu haben.

Es geht und ging schon immer darum, diesen beson­deren Team­geist zu erzeugen, den selbst The­ken­truppen spüren, wenn beim all­jähr­li­chen Stadt­tur­nier alles nach Plan läuft. Island war zwar nicht besoffen (noch nicht) als es gegen die über­mäch­tigen Eng­länder ging, aber man spürte selbst vor dem Fern­seher diese Power, die nur eine Mann­schaft aus­strahlt, bei der es stimmt.

Ein Netz der posi­tiven Energie

Taktik, Fit­ness und Talent sind die Grund­pfeiler dieses Erfolgs, aus­schlag­ge­bend für einen Sieg des Under­dogs gegen den Favo­riten war schon immer die unsicht­bare, aber spür­bare Ver­bin­dung von elf Spie­lern. Ein Netz der posi­tiven Energie, in dem sich geg­ne­ri­sche Angriffe ver­hed­dern und selbst Super­stars wie Wayne Rooney ver­zwei­feln.

11 Freunde müsst ihr nicht unbe­dingt sein. Aber ihr müsst daran glauben. So wie es die islän­di­schen Fans gemacht haben, die ja nicht nur aus purer Freude am Gast­ge­ber­land Frank­reich rüber gemacht haben, son­dern weil sie wie alle anderen Fans der Welt fest vom Erfolg (und der Exis­tenz) dieses Ideals über­zeugt sind.

Meine besten Freunde“

Was diese Isländer aller­dings wirk­lich zu einem Para­de­bei­spiel für den 11 Freunde-Mythos macht, ist die aus geo­gra­phi­schen Gründen her­ge­lei­tete Tat­sache, dass bei Auf­tritten der Mann­schaft wirk­liche viele Freunde und Freun­des­kreise im Sta­dion ver­treten sind. Es ist unglaub­lich“, hatte Abwehr­spieler Kári Árnason nach dem Ach­tel­fi­nal­einzug der 330.000-Einwohner-Nation bereits ver­kündet. Als stünde meine Familie am Spiel­feld­rand. Ich kenne da wahr­schein­lich die Hälfte der Leute. Ich habe mit meinen besten Freunden das Ach­tel­fi­nale erreicht.“ Jetzt sind die Freunde im Vier­tel­fi­nale. Und auch die Isländer wissen: kleine Geschenke erhalten die Freund­schaft. Wie zum Bei­spiel ein Halb­fi­nale.