Seit zwei Monaten hat der FC Schalke 04 kein Spiel mehr ver­loren. Damals, am 5. Spieltag der neuen Bun­des­li­ga­saison hatten die Knappen gerade mit 1:2 in Hof­fen­heim gespielt und Trainer Markus Wein­zierl stand als Tabel­len­letzter bereits mit dem Rücken zur Wand. Statt Horst Heldt stand nun Chris­tian Heidel vor den Kameras und bat um Geduld wie sein glück­loser Vor­gänger. Das Ende vom Neu­an­fang war bedroh­lich nahe.

Heute klingen diese Sätze schon wieder nach einem Griff in die Geschichts­scha­tulle. Denn es folgten end­lich Siege. Erst in der Europa League gegen RB Salz­burg, vier Tage später wurde auch Borussia Mön­chen­glad­bach mit 4:0 aus der eigenen Arena geschossen. Wenn du nach so einem Sai­son­start jetzt mit 4:0 gewinnst, ist es eine Rie­sen­er­leich­te­rung“, gestand Wein­zierl.

Heidel hält fest

Viel­leicht hätte er mit einer sechsten Nie­der­lage bereits gegen Augs­burg nicht mehr auf der Bank gesessen, wahr­schein­lich hätte Heidel noch an ihm fest­ge­halten. Trotzdem möchte man sich gerne mit einer Maxi-Packung Q‑Tips in die Ecke setzen und seine eigenen Ohren noch einmal befragen: Was haben wir da gehört? Seit zehn Spielen ist diese Mann­schaft unge­schlagen?

Wozu die neue Ruhe auf Schalke im Stande ist, zeigte sich am Samstag in Wolfs­burg. Es war kein schönes Spiel. Mit weniger Höhe­punkten als in einem schwach­be­suchten Erotik-Kino. Aber Schalke war zumin­dest weniger schlecht. Max Meyer und Leon Goretzka hatten kurz nach der Pause die besten Gele­gen­heiten. Warum Felix Zwayer den fäl­ligen Straf­stoß an Bene­dikt Höwedes nicht pfiff, bleibt sein Geheimnis. Es war die ein­zige Szene, in der die Spieler in Blau aus der Fas­sung gerieten.