10 Dinge über Verletzungsmiseren

Geißböcke mit Schweinegrippe

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Verletzungen in der Bundesliga haben über die vergangenen Jahre bis auf wenige Ausnahmen kontinuierlich zugenommen. Von der Saison 2009/10 bis zur Spielzeit 2016/17 stieg die absolute Zahl um 20 Prozent, wie eine Analyse der Süddeutschen Zeitung ergab. Gleichzeitig kehren verletzte Spieler immer früher zurück auf den Platz. Das führte 2014/15 beim FC Bayern zum Streit zwischen Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Pep Guardiola, der gnandenlos feststellte: »Wenn sie acht Wochen verletzt sind, sollen sie am liebsten schon nach sieben Wochen wieder bereit sein.«

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Guardiola trug dadurch zumindest eine Mitschuld an den vielen Muskelverletzungen, die damals den Bayern-Kader dezimierten. Im Januar 2016 wurde Jürgen Klopps hochintensiver Spielweise beim FC Liverpool die Verantwortung für zehn Verletzte gegeben, sieben davon an der Oberschenkelmukulatur. Spannend: Der niederländische Fitnesstrainer Raymond Verheijen, ehemals bei Chelsea, Barca und anderen, hatte wenige Wochen zuvor getwittert: »Man sollte Liverpool im Auge behalten, weil sie unter ihrem neuen Trainer Jürgen Klopp bald in eine Verletzungskrise geraten werden.« KenFM, bitte übernehmen.

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Eine Verletzungsmisere der etwas anderen Art erwischte 2011 den 1. FC Köln. Epidemie träfe es vielleicht besser, denn vier Spieler und Co-Trainer Icke Häßler hatten sich das H1N1-Virus eingefangen, das sogenannte Schweinegrippevirus. Dabei ist das für Geißböcke eigentlich ungefährlich.

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Thomas Doll und Hannover 96 müssen im kräftezehrenden Abstiegskampf aktuell auch auf zehn Spieler verzichten. Das macht die Aufgabe Klassenerhalt nicht einfacher. Zumindest auf der Außenbahn kündigte sich mit Edgar Prib etwas Entlastung an – bis der sich im Training eine Muskelverletzung zuzog. Zuletzt spielte Prib im August 2017 für die Profis. Am 17. August riss er sich damals das Kreuzband, stieg im Februar 2018 wieder ins Mannschaftstraining ein und riss sich nach neun Tagen das selbe Band erneut.

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Auch Schiedsrichter haben mal eine Verletzungskrise. Zum Beispiel 2017 im belgischen Pokalspiel zwischen KV Mechelen und KRC Genk. Erst verletzte sich ein Assistent und der vierte Offizielle sprang ein. Als dann auch noch der Hauptschiedsrichter verletzt passen musste, wurde Mechelen-Fan und Amateurschiedsrichter Luc Bosemans von der Tribüne an die Seitenlinie versetzt. Wenige Minuten später durfte er sogar eine Rudelbildung schlichten.