Frag­wür­dige Moti­va­ti­ons­künste
Als Trainer des dama­ligen fran­zö­si­schen Zweit­li­gisten AS Monaco hielt Ranieri im August 2012 eine spek­ta­ku­läre Pres­se­kon­fe­renz ab. Sein Team hatte mit 0:3 gegen den direkten Auf­stiegs­kon­kur­renten aus Caen ver­loren. Der Trainer rich­tete den Blick auf das bevor­ste­hende Spiel: Wir müssen jetzt gewinnen, sonst werde ich sie umbringen.“ Monaco spielte tags darauf nur Unent­schieden. Alle Spieler blieben am Leben.

Ein Ehren­mann
Der Ita­liener wurde 2004 bei Chelsea vom Hof gejagt und durch José Mour­inho ersetzt. Kurz nach seiner Ent­las­sung ver­öf­fent­lichte Ranieri ein Buch mit dem Namen Proud Man Wal­king“. Den Erlös des Werkes spen­dete er an ein Lon­doner Kran­ken­haus.

Der fairste Spieler aller Zeiten?
Ranieri absol­vierte als Ver­tei­diger 164 Spiele in der Serie A – für den AS Rom, Calcio Catania und US Cat­an­zaro. Dabei sah der Ita­liener keine ein­zige Gelbe Karte. Wie sagte Bernd Hol­ler­bach einst: An mir kommt ent­weder der Ball oder der Gegner vorbei. Aber nie­mals beide.“ Aus­le­gungs­sache, wenn man die Sta­tistik Ranieris sieht.

Leg’ dich nicht mit Mutti an
Wäh­rend seiner Zeit als Chelsea-Trainer musste sich Ranieri oft vor seiner Mutter recht­fer­tigen. Warum? Weil er es gele­gent­lich wagte, ihren Lieb­lings­spieler Damien Duff nicht auf­zu­stellen. Wenn ich ihn nicht spielen lasse, fragt mich meine Mutter, warum Damien nicht spielt. Sie würde mich am liebsten töten.“ Was für ein lebens­ge­fähr­li­cher Job.

Wie hätte sein Sohn geheißen?
Auf der Trai­ner­bank mag Claudio Ranieri ein Genie sein, anders ist sein ein­ma­liger Erfolg mit Lei­cester nicht zu erklären. Als Namens­geber für seine Tochter hat er auf alle Fälle Luft nach oben. Sie heißt Claudia.

Die Kata­strophe des Jahr­hun­derts“
Ranieri war 2014 vier Spiele Natio­nal­trainer Grie­chen­lands – und holte einen Punkt. Aus­schlag­ge­bend für seine Ent­las­sung war die 0:1‑Heimpleite gegen die Faröer Inseln, die zuvor drei­zehn Jahre kein Pflicht-Aus­wärts­spiel mehr gewonnen hatten. Die grie­chi­schen Zei­tungen nahmen ob der Leis­tung Ranieris kein Blatt vor den Mund: Die Kata­strophe des Jahr­hun­derts“ und Du hast uns zer­stört“.

Juventus bricht für ihn eine Tra­di­tion
Im Mai 2009 wurde Ranieri als Trainer von Juventus Turin ent­lassen. Grund dafür waren kon­stant schlechte Ergeb­nisse: Pokal-Aus gegen Lazio, zwei Monate ohne Pflicht­spiel­sieg und dro­hendes Ver­passen der Cham­pions League-Qua­li­fi­ka­tion. So weit, so schlecht. Das wirk­lich Beson­dere: Er war nach 40 Jahren der erste Trainer, den Juventus vor­zeitig ent­ließ.

Music is the key
Vor dem ersten Spiel der Meis­ter­saison 2015/2016 ließ Ranieri den Kasa­bian-Song Fire“ in der Kabine spielen. Kasa­bian ist eine fan­tas­ti­sche Rock­band aus Lei­cester und Serge, der Gitar­rist, ist Ita­liener. Diese Musik tut uns gut. Wir sind Kämpfer.“ Seine Mann­schaft kämpfte Sun­der­land nieder und gewann 4:2.

Ein großer Fan von Huth
Ranieri war einst großer Fan seines deut­schen Ver­tei­di­gers Robert Huth. Er war auch der ein­zige Spieler im Kader Lei­ces­ters, den Ranieri schon vorher trai­niert hatte – zu seiner Zeit als Chelsea-Trainer. Er ist ein harter Junge mit einer großen Per­sön­lich­keit und Cha­rakter, er gibt uns Selbst­ver­trauen.“

Gut Ding will Weile haben
Der Ita­liener war in seiner Trainer-Kar­riere für 19 ver­schie­dene Mann­schaften ver­ant­wort­lich, aber nir­gends so erfolg­reich wie mit Lei­cester. Ich hoffe“, sagte er einst, sie geben mir noch einen langen Ver­trag, so über sechs oder sieben Jahre. Und dann beende ich meine Kar­riere hier.“ Das ist leider nicht ein­ge­troffen, 2017 wurde Ranieri ent­lassen. Seit Anfang Oktober ist er zurück in der Pre­mier League, mit Wat­ford soll er den Klas­sen­er­halt schaffen.