10 Dinge über Lutz Pfannenstiel

Mann von Welt

Lutz Pfannenstiel wird Sportvorstand bei der Fortuna. Bei Weitem nicht der erste Wechsel seiner Karriere, wie zehn Geschichten aus dem Leben des wahren Welttorhüters beweisen. Von klinischen Toden über Brüllaffen bis zum Felix Magath Armeniens.

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1.

Damit es aus dem Weg ist: Ja, Lutz Pfannenstiel ist der erste und bislang einzige bekannte Fußballer, der in allen sechs anerkannten Kontinentalverbänden bei einem Profiverein unter Vertrag stand. Insgesamt zählt seine Vita 25 Klubs in 19 Karrierejahren. Warum macht man sowas? Pfannenstiel: »Man könnte meinen, dass ich ein schlechter Torwart war – aber in meiner Karriere spielten Zufälle eine große Rolle.« Tatsächlich stand er in seiner Jugend für die deutsche U17-Nationalmannschaft zwischen den Pfosten.

2.

Seine erfolgreichste Zeit hatte Pfannenstiel in Singapur bei Geylang United, 48 Einsätze sind persönliche Bestmarke. Außerdem wurde er mit dem Klub 2000 Meister. Fast hätte er die Staatsbürgerschaft Indonesiens, des Heimatlands seiner Freundin, angenommen und für die dortige Nationalmannschaft gespielt. Bevor es dazu kam, wanderte er allerdings wegen angeblicher Spielmanipulation für 101 Tage in einen singapurianischen Knast ein. Er habe als Torwart »zu gut gehalten«, befand das Gericht. Schlafen auf nacktem Beton, mehrere Tage gab es nichts zu essen. Dann erkämpfte er sich seine Ration mit den Fäusten.

3.

Tatsächlich spielte Pfannenstiel zwischen 2000 und 2006 aber für den gleichen Verein, also quasi: Dunedin Technical aus Neuseeland, der sich später in Otago United umbenannte. Aber weil die neuseeländische Liga nur von November bis April läuft, suchte er sich in der anderen Jahreshälfte Engagements im Ausland. Denn: »Oft hatte ich einfach keine Lust, vier Monate Vorbereitungszeit über mich ergehen zu lassen. Sechs Monate im nördlichen Sommer und sechs Monate im südlichen. Das war perfekt für mich.«

4.

Pfannenstiel war außerdem vor Alexander Baumjohann der erste Deutsche, der in Brasilien Profi war. Nämlich beim Verein mit dem gänzlich brasilianischen Namen CA Hermann Aichinger in der Kleinstadt Ibirama. Deren wohl bekanntester Einwohner ist ein Brüllaffe, der bei Spielen gerne mal auf der Querlatte rumtanzt. Einmal biss er einen Zuschauer. Ein anderes Mal mussten Pfannenstiel und Kollegen vor dem aggressiven Primaten in die Kabine flüchten.

5.

Um nach Brasilien zu gehen schlug der Mann aus dem bayrischen Wald eine Verlängerung des gutbezahlten Engagements bei den Vancouver Whitecaps aus, in der Stadt, die er als die schönste zum Leben bezeichnet. Überhaupt stand das Erlebnis in seiner Karriere über dem Prestige. 2006 ging er trotz zweier Angebote von Steaua Bukarest und Ipswich Town nach Albanien zu FK Vllaznia Shkodra. Die richtige Entscheidung, wie er bis heute beteuert.