10 Dinge über Co-Trainer

Straßenkampf im Sakko des Grauens

6.

Er war der damals jüngste niederländische Fußball-Profi, nahm einen Song für den FC Twente auf, führte zwischenzeitlich eine nach ihm selbst benannte Kneipe und prägte den Begriff »Hühnerfell«. Bekannt wurde Eddy Achterberg aber hauptsächlich als Co-Trainer von Huub Stevens. Auf Schalke gewannen die beiden 1997 gemeinsam den UEFA-Cup, Achterberg sagte: »Der Huub ist mein bester Freund. Ein Straßenkämpfer wie ich.« Nach zwischenzeitlicher Trennung fanden die beiden 2009 in Salzburg wieder zusammen. Zumindest bis es 2011 im Trainingslager zu einer handfesten Auseinandersetzung kam, bei der unbestätigten Medienberichten zu Folge sogar Blut floss. Damit wäre dann auch geklärt, was Achterberg mit Straßenkämpfer meinte.

7.

Ein Co-Trainer, der eigentlich Cheftrainer ist, sich aber nicht so nennen darf, weil der Posten des Teamchefs neu geschaffen wurde? Gestatten, Holger Osieck. Weil Teamchef Franz Beckenbauer bei der WM 1990 keine Trainer-Lizenz besaß, holte er Osieck an Bord und Deutschland wurde Weltmeister. 2004 wollte Beckenbauer als Chef der Trainerfindungskommission beim DFB seinen früheren Co dem unerfahrenen Jürgen Klinsmann zur Seite stellen. Osieck flog für ein Gespräch nach Frankfurt, bekam sich mit Klinsmann in die Haare und sagte ab. Kommentar Günter Netzer: »Es erschreckt mich, in welchem Zustand der DFB sich mittlerweile befindet.« Eine zeitlose Aussage.

8.

Zeugwart als Co-Trainer? David Bettoni saß neben Zinedine Zidane auf der Bank, gab den Spielern Anweisungen und coachte munter mit. Offiziell war der Franzose aber als Zeugwart engagiert. Als der Verband spitzbekam, dass Bettoni keine gültige Profi-Lizenz habe, wurde ihm der Kontakt zu den Spielern verboten. Real stellte daraufhin per Pressemitteilung klar, Bettoni sei gar kein Co-Trainer, sondern Mitglied des Trainer-Stabs, er assistiere lediglich dem Chefcoach. Und jetzt wissen wir auch nicht mehr.

9.

Wo es um Co-Trainer geht, darf der »Tiger« nicht fehlen. Hermann Gerland, den zu seiner aktiven Zeit alle nur »Eiche« nannten, leitet zwar mittlerweile das Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern, war aber bis Ende vergangener Saison noch einmal an Jupp Heynckes‘ Seite aktiv. Auch wenn er seit 2001 als Co und in anderer Funktion in München arbeitet, hat er seine Heimat im Ruhrgebiet nicht vergessen. Im Gegenteil: »In Bochum bin ich geboren, hier will ich auch sterben«, sagte er mal. Und: »Als meine dritte Tochter in Nürnberg geboren wurde, wollte ich, dass meine Frau zum Entbinden nach Bochum fährt.«

10.

Wer als Co-Trainer nicht im Rampenlicht steht, findet eben andere Wege sich in jenes zu drängen. Zum Beispiel wie Uli Stielike und sein legendäres Sakko des Grauens: