The only place to be every other saturday is strol­ling down the Fulham Road“, besingt Mad­ness-Front­mann Suggs in seiner Chelsea-Hymne Blue Day“ mit leichter Melan­cholie den Marsch zum Sta­dion Stam­ford Bridge, seit 1905 Heimat des FC Chelsea.

Dabei erschließt sich der Name des Runds nur über Umwege. Die berühmte Schlacht aus dem Jahre 1066 nahe der Klein­stadt Stam­ford Bridge, bei der die Nor­weger aus Eng­land ver­trieben wurden, stand nicht Pate, statt­dessen ein kleiner Fluss im Schatten des Bau­werks namens Stan­ford Creek und eine Brücke namens Little Chelsea Bridge, die schon bald Aber­tau­sende zu den Spielen im neuen Sta­dion führte.

Aus Stan­ford Creek und Chelsea Bridge wurde erst Stan­ford Bridge und dann rasch die Stam­ford Bridge, was irgendwie passte, schließ­lich avan­cierte auch die Spiel­stätte an der Fulham Road als­bald zu einem Ort denk­wür­diger Schlachten.

Die Haupt­tri­büne sah aus wie eine Fabrik

Zunächst jedoch war das mäch­tige Areal kein Fuß­ball­platz. Nach der Erbauung 1877 nutzte es der London Ath­letic Club für seine Wett­kämpfe und Übungen. 1904 erwarben es dann die Brüder Gus und Joseph Mears mit der festen Absicht, dort Fuß­ball spielen zu lassen. Zunächst war der FC Fulham als Plat­z­eigner ein­ge­plant, dann aber geriet man sich in die Haare. Fulham erschien die Miete zu teuer. Am Ende bezog der neu gegrün­dete FC Chelsea das Sta­dion, das als­bald zu einem der größten in London wurde.

Der legen­däre Sta­di­onar­chi­tekt Archi­bald Leitch, ver­ant­wort­lich etwa für die White Hart Lane der Tot­tenham Hot­spur, Anfield in Liver­pool und Old Traf­ford in Man­chester, ent­warf zunächst eine 100 Meter lange Haupt­tri­büne für etwa 5000 Zuschauer in der für ihn cha­rak­te­ris­ti­schen Bau­weise, die sich sti­lis­tisch an Fabrik­bauten anlehnte. Zen­trales Ele­ment waren aus­la­dende Sat­tel­dä­cher mit einem Gie­bel­dreieck als Abschluss zum Spiel­feld hin. Gegen­über erhob sich als­bald eine mäch­tige unüber­dachte Gegen­ge­rade, für die man sich am Geröll der nebenan gebauten Unter­grund­bahn bediente.

Auf­stieg in die First Divi­sion

Ursprüng­lich sollte das Sta­dion einmal 100.000 Men­schen fassen, es wäre damit zum zweit­größten Ver­samm­lungsort der Insel geworden, nach dem Sta­dion auf dem Welt­aus­stel­lungs­ge­lände am Crystal Palace. Das erste Spiel bestritt Chelsea am 4. Sep­tember 1905 gegen Liver­pool, 1907 stieg der Klub in die First Divi­sion auf und eta­blierte sich rasch als einer der Spit­zen­ver­eine in London. Die Pen­sio­näre“, wie die Spieler auf­grund des alten Wap­pens gerufen wurden, gewannen dabei erst all­mäh­lich die Gunst des Publi­kums.